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Der Ansatz der „Total Cost of Ownership (TCO)“ ist in deutschen Flotten angekommen: Wie das „CVO Fuhrpark-Barometer 2014“, eine jährlichen Studie zu Trends in der Fuhrparkbranche, zeigt, sind die Gesamtkosten eines Fahrzeugs wichtigste Kriterium bei der Auswahl von Firmenfahrzeugen. Und das über alle Unternehmensgrößen hinweg, auch im Mittelstand. Lesen Sie weitere aktuelle Trends im Flottenmanagement als Ergänzung zu unserem Beitrag „Mehr Kilometer fürs Geld“ im Juni-Heft.

In diesem Jahr wurden für das „CVO Fuhrpark-Barometer 2014“ mehr als 3.600 Fuhrparkentscheider in zwölf europäischen Ländern, davon 301 in Deutschland, zu Trends im Flottenmanagement befragt. Hier die Ergebnisse:

 

  • 39% der befragten Fuhrparkmanager aus Unternehmen mit 1.000 und mehr Mitarbeitern bewerten den Einfluss ihrer Fahrer auf die TCO als groß, weitere 32% als mittel. Dennoch ergreifen nur 29% dieser Unternehmen aktiv Maßnahmen, um das Fahrerverhalten hinsichtlich der TCO zu regulieren. Meist werden Warnungen an die Fahrer ausgesprochen (13%), fast ebenso häufig werden die Fahrer aber auch für einen besonders sparsamen Fahrstil belohnt (11%).

 

 

  • Im europäischen Vergleich zeigt sich, dass die Gesamtkostenbetrachtung vor allem in Deutschland das Hauptkriterium für die Fahrzeugwahl ist (46%). Die Fahrzeugmarke (20%) und der reine Kaufpreis (32%) sind europaweit besonders in der Unternehmensgröße von 10 bis 99 Mitarbeitern ebenso wichtig wie die Fahrzeuggesamtkosten (26%).

 

 

  • Fuhrparkverantwortliche sind weiterhin zuversichtlich bezüglich des Wachstumspotenzials ihres Fuhrparks, wenn auch etwas mehr Zurückhaltung herrscht als im Vorjahr. Besonders Unternehmen mit 10 bis 99 Mitarbeitern schränken ihre Erwartungshaltung im Vergleich zu 2013 ein. 7% dieser Unternehmensgröße rechnen in den kommenden drei Jahren mit einem Anstieg ihrer Fahrzeugzahlen, 2013 waren es noch 17%. Lediglich 22 % der Unternehmen mit 100 bis 999 Mitarbeitern bleiben konstant optimistisch und gehen von einem Wachstum aus.

 

 

  • Gleichzeitig erwarten die Fuhrparkmanager einen Rückgang des Kostendrucks auf den Fuhrpark. In den Unternehmen mit 10 bis 99 Mitarbeitern gehen nur noch 34% (2013: 48%) von einem wachsenden Kostendruck aus.

 

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  • Bei der Finanzierung von Fuhrparks zeichnet sich ein konstanter Trend ab: Leasing ist weiterhin die beliebteste Finanzierungsform. 26% aller befragten deutschen Fuhrparkmanager setzen auf Leasing mit Kilometervertrag, 23% auf Leasing mit Restwertvertrag. In Unternehmen mit 1.000 und mehr Mitarbeitern gibt es einen leichten Anstieg von Leasing mit Kilometervertrag auf 51%. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 4%. In der Langzeitbetrachtung zeigt sich: In diesem Jahr finanzieren erstmals seit 2010 wieder mehr als 50% der Unternehmen ihre Fahrzeuge auf diese Art. Die erwartete Leasinglaufzeit sieht die große Mehrheit der Befragten bei 36 Monaten. In der Befragungsgruppe der Unternehmen mit 1.000 und mehr Mitarbeitern halten etwa 72% diesen Zeitraum für die beste Laufzeit.

 

 

  • Besonders in großen Unternehmen mit 1.000 und mehr Mitarbeitern wird die Verwaltung der Firmenflotte als immer komplexer wahrgenommen – dies geben knapp drei Viertel (70%) der befragten Fuhrparkverantwortlichen an. Mit der zunehmenden Komplexität steigt auch die Bindung von Ressourcen in den Unternehmen. Gleichzeitig dokumentiert das CVO Fuhrpark-Barometer 2014 auch, dass Fuhrparkmanager bislang nur wenige ihrer Aufgaben auslagern: Mit 18% in dieser Unternehmensgröße ist die Organisation des Konfigurations- und Angebotssystems, bzw. des Bestellprozesses über ein Onlineportal die beliebteste Leistung, die an einen externen Dienstleister abgegeben wird. Um Outsourcing für Fuhrparkmanager interessant zu machen, muss ganz klar das dadurch ermöglichte Einsparpotenzial herausgestellt werden. Denn 47% gaben dies als Grund an, der sie ermutigen würde, Aufgaben an Dritte zu übertragen.

 

 

  • Elektrofahrzeuge werden auch in Zukunft nur einen kleinen Anteil am Mobilitätsmix in den Unternehmen haben. 11% der Unternehmen mit 1.000 und mehr Mitarbeitern beabsichtigen sicher in den nächsten zwei Jahren, Fahrzeuge mit Elektroantrieb zu nutzen. Ein wesentlich größerer Teil (72%) plant eine Verlagerung zu Fahrzeugen mit geringerem Kraftstoffverbrauch.

 

„Fuhrparkentscheider in Deutschland haben erkannt: Die tatsächlichen Kosten für ein Fahrzeug entstehen durch seine Nutzung und nicht durch den Preis auf dem Leasingangebot. Deshalb ist eine Analyse der TCO vor der Entscheidung das Mittel der Wahl, auch wenn die Kosten nicht das einzige Entscheidungskriterium darstellen“, kommentiert Sebastian Fruth, Sprecher für den CVO in Deutschland, die Ergebnisse des CVO Fuhrpark-Barometers 2014. „Kosten sind alles in allem ein wichtiges Thema in deutschen Fuhrparks. Allerdings sind nur wenige Unternehmen bereit, auf das Verhalten der Fahrer als potenzielle Kostentreiber mit entsprechenden Maßnahmen einzuwirken. Hier mangelt es zwar nicht an Bewusstsein, aber anscheinend an tragfähigen Konzepten oder Durchsetzungsvermögen.“