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Creditreform

Das Landesarbeitsgericht Düsseldorf verhandelt zurzeit einen Fall von Mobbing. Kläger ist eine Diplom-Ökonomin, Beklagter ist die Stadt Solingen, bei der die Fau als Rechnungsprüferin beschäftigt war. Seit 2008 sei sie ständig das Opfer von Schikanen gewesen – die Stadt Solingen weist die Vorwürfe zurück. Die Verhandlung in Düsseldorf ist bereits eine Berufung, am Arbeitsgericht Solingen war die Frau mit ihren Forderungen gescheitert.

In der mündlichen Verhandlung hatte die Kammer festgelegt, dass die Klägerin Beweise erbringen muss. Diese Beweise müssen zeigen, dass sie tatsächlich Mobbing ausgesetzt war. Allerdings hat das Gericht auch Angaben zur geforderten Schmerzensgeldsumme gemacht. Die Kammer sagte, der Betrag sei eine „extreme Größenordnung“. Ein Urteil steht noch aus.

Schadensersatz nicht ausgeschlossen

Das bedeutet aber nicht, dass Arbeitgeber bei Mobbingfällen davonkommen. Darauf weist der deutsche Anwaltsverein hin. Er bezieht sich auf eine Entscheidung des Arbeitsgerichts Leipzig. Das Gericht hatte einem Arzt eine Entschädigung von über 50.000 Euro zugesprochen, nachdem der Chefarzt ihn nicht mehr hatte operieren lassen, weil er die Arbeit des Arztes für zu schlecht hielt. Der Arzt sah sich gemobbt und bekam vor Gericht Recht. Der Entschädigung lag bei etwa 6,5 Monatsgehältern. (nd)

Informationen des Landesarbeitsgerichts Düsseldorf