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Creditreform

Die deutsche Wirtschaft legt ihr Augenmerk vermehrt auf Märkte außerhalb Europas. Von einem deutlichen Anstieg an Handelsaktivitäten mit Schwellen- und Entwicklungsländern ist in den nächsten Jahren auszugehen, so das Ergebnis des „Außenwirtschaftsreports 2012“ des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK).

Die Erhebung, die auf den Erfahrungsberichten der Außenwirtschaftsexperten in den 80 Industrie- und Handelskammern (IHKs) beruht, verspricht einen Zuwachs der Ausfuhren um vier Prozent. Damit schlügen sich die deutschen Exporteure „angesichts der fehlenden Impulse aus der Eurozone“ dem noch immer wichtigsten Markt Deutschlands“ dennoch wacker“, so DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier zu den Ergebnissen der Studie. Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre habe der Zuwachs knapp sechs Prozent betragen.

Handelshemmnisse erschweren die Lage

Die Experten der Industrie- und Handelskammern beobachten die protektionistischen Tendenzen in vielen Zielländern deutscher Exporte. 59 Prozent geben an, dass sich in den letzten zwei Jahren die Bedingungen für den Marktzutritt weltweit verschlechtert haben. 38 Prozent schätzen den Marktzugang unverändert ein, nur drei Prozent stellen bessere Bedingungen fest.

„Weltweit sehen die IHKs höhere Hürden für international agierende Betriebe“, berichtet Treier. „Die kontraktiv wirkenden Handelsregelungen reichen von einer Recyclingsteuer auf Autoimporte in Russland über Zollerhöhungen auf Textilien und Bekleidung in der Türkei bis hin zu 86 neuen Standards für den Import von Stahl, Keramik, Textilien, Batterien oder Schuhen in Indonesien.“

Interesse an Entwicklungsländern

Jedoch verschafften sich die Regel setzenden Länder mit diesen Barrieren „allenfalls kurzfristig Luft“, betonte er. Zwar nehme der Konkurrenzdruck etwa durch deutsche Exporte ab, doch müssten die Unternehmen und Verbraucher vor Ort für ausländische Konsum- und Vorleistungsgüter höhere Preise zahlen, was negativ auf die Kaufkraft und die Wettbewerbsfähigkeit des Landes wirke.

„Die gute Nachricht ist aber, dass die deutschen Unternehmen weltweit immer mehr Märkte in den Blick nehmen“, sagte er. „So beobachten die IHKs in den letzten beiden Jahren nach den Schwellenmärkten in Asien und Lateinamerika auch ein vermehrtes Interesse der Unternehmen an Entwicklungsländern. Trotz des teilweise schwierigen Umfelds wagen sich die Betriebe auf die Wachstumsmärkte der Zukunft“ wie Angola und Ghana.“ (al)

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