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Creditreform

Richter und Anwälte an deutschen Arbeitsgerichten haben viel zu tun – jedes Jahr geht es um rund eine halbe Million Klagen. „Viele Prozesse ließen sich jedoch vermeiden, wenn die Konfliktparteien rechtzeitig einen Mediator einschalten würden“, sagt Erich Giese. Die Mediation als Verfahren zur konsensorientierten Konfliktlösung, selbstbestimmt und freiwillig, setze sich in Unternehmen immer weiter durch. „Sie ist schnell und effizient, führt zu kooperativen und konstruktiven Lösungen – vor allem spart sie Zeit, Energie und die Kosten eines Gerichtsverfahrens.“

Beachten Sie diese Hinweise:

Prävention statt Eskalation

Für den Erfolg einer Mediation ist entscheidend, dass sowohl das Verfahren als auch der Mediator von allen Seiten anerkannt werden. Alle Beteiligten müssen eine Lösung wirklich wollen. Bei stark fortgeschrittenen Konflikten, wenn sich die Streitenden nicht mehr an einen Tisch setzen wollen, sollte genau überlegt werden, ob die Methode sinnvoll ist. Mediation im Unternehmen wird im besten Fall präventiv eingesetzt – bevor ein Konflikt eskaliert. Dann haben Unternehmen die Chance, zu rund einem Drittel der Kosten eines Gerichtsverfahrens und innerhalb von bis zu zehn Mediationssitzungen auch schwerwiegende Konflikte klar und nachhaltig zu lösen.

Mediation kann innerbetriebliche Streitigkeiten klären. Oft gibt es in Unrternehmen ungelöste, schwelende Differenzen. Sie entstehen häufig aus Unsicherheit, etwa wenn die Firma eine Fusion plant, ein neuer Chef kommt oder Abteilungen umstrukturiert werden. Bei Mitarbeitern kann das zu Resignation oder gar zur inneren Kündigung führen. „Wenn nur noch übereinander statt miteinander geredet wird, wenn sich Abteilungen streiten, schlägt das schnell auf den Unternehmenserfolg zurück. Nicht nur Motivation und Identifikation sinken, sondern auch Produktivität und Flexibilität“, erklärt Silvester Strempel, Wirtschaftsmediator (IHK) bei KWM Kredit- und Wirtschaftsmediation aus Köln. Um diese Konfliktkosten niedrig zu halten, empfiehlt es sich, einen Mediator einzubinden.

Konfliktfälle

Ein Mediator vermittelt in folgenden Fällen:
• Konflikte in Abteilungen und Teams sowie zwischen einzelnen Mitarbeitern
• Streitigkeiten zwischen Geschäftsleitung und Betriebsrat
• arbeitsrechtliche Differenzen
• „kulturelle“ Konflikte bei Fusionen und Übernahmen

Auch bei Streitigkeiten zwischen langjährigen Geschäftspartnern, etwa zwischen Lieferant und Kunde, kann ein Mediationsverfahren einen Konflikt beilegen, ohne dass eine Seite ihr Gesicht verliert. Das ist wichtig für Mittelständler, deren Beziehungen zu den Lieferanten entscheidend für den Unternehmenserfolg sind.

Das Verfahren bietet sich bei unternehmensübergreifenden Differenzen an, etwa bei:
• Abnehmer- und Lieferantenstreitigkeiten
• Kundenreklamationen
• Qualitätsdiskussionen
• Differenzen mit Subunternehmen

Termintipp: Ein kostenfreies Forum zum Thema „Mediation im Unternehmen. Das kostengünstige Werkzeug zur Klärung von Konflikten in der Arbeitswelt“ veranstaltet die Technische Akademie Wuppertal am Donnerstag, 22. Mai 2014, von 16 bis 19 Uhr. Programm und Anmeldemöglichkeit finden Sie hier.