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Creditreform

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat entschieden, dass der Arbeitgeber für geleistete Nachtarbeit auch einen entsprechenden Nachtarbeitszuschlag zahlen muss (Az.: 10 AZR 423/14).

 

Der Fall
Ein angestellter Lkw-Fahrer, der dauerhaft Nachtschichten leistete, klagte gegen seinen Arbeitgeber. Dieser hatte ihm zunächst elf und später 20 Prozent Nachtarbeitszuschlag für die Arbeit zwischen 21 Uhr und 6 Uhr gezahlt. Für den Mitarbeiter war dies zu wenig: Er wollte einen Zuschlag in Höhe von 30 Prozent für die Nachtarbeit sehen. Zu Recht, wie die Richter des BAG befanden.

Die Begründung
Da kein Tarifvertrag existiert, der Zuschläge für Nachtarbeit regelt, greift das Arbeitszeitgesetz. Danach gilt als Nachtarbeit die Zeit zwischen 23 Uhr und 6 Uhr. Hierfür müssen Arbeitnehmer mit einem entsprechenden Zuschlag oder einer entsprechenden Anzahl an freien Tagen vergütet werden. Das BAG sieht hierbei regelmäßig einen Zuschlag in Höhe von 25 Prozent als gerechtfertigt an. Bei dauerhafter Nachtarbeit, wie in dem Fall des Lkw-Fahrers, sind sogar 30 Prozent auszuzahlen. Achtung: Dieses Urteil kann weitreichende Folgen für alle Arbeitgeber haben, die für Nachtarbeit bislang kein Extraentgelt gegeben haben. Die Mitarbeiter haben mit dem Urteil nämlich nun ein schlagkräftiges Argument in der Hand.