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Creditreform

Die mehrstündigen Jahresrückblick-Präsentationen per PowerPoint, bei der die große Mehrheit der Mitarbeiter nur ihre Zeit absitzt, kosten die deutsche Wirtschaft jährlich 2,5 Milliarden Euro. Mit sechs konkreten Tipps zeige ich Ihnen, wie Unternehmen solche Verluste verhindern können.

Kaum eine große Firma verzichtet darauf: Die Jahresrückblick-Präsentation im Januar oder Februar.  Anwesenheit ist hier natürlich Pflicht und die ganze Belegschaft sitzt wie bei einem Seminar über Lohnabrechnung zusammen, während per PowerPoint die Zahlen abgespult werden. Wenn man die Anwesenden dieser häufig mehrstündigen Veranstaltungen danach vertraulich fragt, ob es sich lohnte dabei gewesen zu sein, hört man zu 75 Prozent ein Nein.

Weil diese PowerPoint-Präsenationen reine Zeitverschwendung sind, haben sie negative wirtschaftliche Effekte. Eine Mehrheit der Anwesenden sitzt nur ihre Zeit ab, so dass für die deutsche Wirtschaft wie erwähnt ein jährlicher Schaden in Milliardenhöhe entsteht – allein durch das Aufaddieren der Stundenlöhne der mental Abwesenden. Zugespitzt formuliert ist das für mich betreutes Lesen auf Firmenkosten.

Um das zu verhindern und um eine viel spannendere Rede zu halten, gibt es sechs einfache Tipps – und dabei kommen Sie ganz ohne den Einsatz von PowerPoint aus:

1) „Lassen Sie 90 Prozent der Ziffern weg.“

Von den vielen Ergebnisziffern, die dem Publikum zugemutet werden, weiß der Zuhörer am nächsten Tag maximal noch fünf Prozent. Daher mein Tipp: 90 Prozent aller Ziffern wegkürzen und nur die drei bis fünf Ziffern übriglassen, die die Leute wirklich interessieren. Die restlichen Ziffern können später bei Interesse nachgelesen werden.

2) „Zeichnen Sie Balkendiagramme per Hand.“

Ein Balkendiagramm per Hand am Flipchart gezeichnet, hat eine viel höhere Aufmerksamkeit als eine tote PowerPoint-Folie. Die Zuhörer können aufgrund der höheren Aufmerksamkeit viel mehr mitnehmen.

3) „Takten Sie die Botschaft.“

Da viele Redner nicht wissen, wie eine wichtige Botschaft auf die Emotionalebene der Zuschauer gebracht wird, schlage ich eine rhythmische Taktung der Botschaft mit der rechten Hand vor. Solche Botschaften glaubt das Publikum und sie bleiben im Herzen haften.

4) „Werden Sie konkret.“

Von allgemeinen Aussagen und Schlagwortvorteilen sollten Sie Abstand nehmen. Stattdessen machen Sie konkrete (möglichst bezifferbare) Aussagen.

5) „Vereinfachen Sie, machen Sie bildhafte Vergleiche.“

Komplizierte Vorgänge können Sie mit anschaulichen Vergleichen vereinfachen, denn viele Redner sind nicht in der Lage, einen technischen Sachverhalt einfach darzustellen. Wenn ein Sachverhalt nicht verstanden wird, führt das zur Ablehnung beim Zuhörer. Das Ziel muss daher sein, dass die Zuhörer die Vorgänge einem Familienangehörigen zu Hause nacherzählen können.

6) „Erzählen Sie, wie Sie auf die Idee gekommen sind.“

Um eine Neuerung spannend zu machen, hilft folgender Trick: Erzählen Sie den Zuhörern, wann und wie die Idee entstanden ist. Damit können Sie jede gefundene Lösung in der Wahrnehmung der Zuhörer deutlich aufwerten.

 

Matthias Pöhm gibt Rhetorik-Seminare und coacht Spitzenleute aus Politik und Wirtschaft für öffentliche Auftritte.

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