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Creditreform

Ist einem Ausbildungsverhältnis ein Praktikum vorangegangen, darf dieses nicht auf die Probezeit angerechnet werden. Das geht aus einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG) hervor (Az.: 6 AZR 844/14).

Der Fall
Ein Lehrling hatte im selben Betrieb ein Praktikum absolviert, um die Zeit bis zum Ausbildungsbeginn zu überbrücken. Beide Arbeitsverhältnisse gingen nahtlos ineinander über. Der gesondert geschlossene Ausbildungsvertrag enthielt eine Probezeit von drei Monaten. Kurz vor dem Ende der Probezeit kündigte der Lehrherr das Ausbildungsverhältnis. Hiergegen klagte der Auszubildende mit der Begründung, dass sein Praktikantenverhältnis auf die Probezeit anzurechnen sei. Dies verneinte das BAG jedoch.

Die Begründung
Die Probezeit dient dazu, dass sich beide Seiten ein umfassendes Bild über das Arbeitsverhältnis unter den Bedingungen der Ausbildung machen können. Ein vorhergehendes Praktikum ist daher nicht anrechenbar. Gleiches gilt übrigens auch für ein anderes vorangehendes Arbeitsverhältnis, wie beispielsweise einen Minijob.