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Mit der No-Code-Plattform smapOne können Mitarbeiter Apps  entwickeln – und zwar ohne Hilfe der IT-Abteilung. So  digitalisieren genau diejenigen ihre Prozesse, die sie am besten kennen.

 

Das Problem

Kennen Sie das? Manchmal scheint es einfacher, den Papst anzurufen als ein IT-Projekt umzusetzen. „Urlaubszeit“, „Das hat gerade keine Prio“, „Wir schauen, ob wir das im nächsten Sprint berücksichtigen können“. Kaum verwunderlich, IT-Mitarbeiter sind rar und – je mehr Programmierung für Produkte und Prozesse notwendig ist – schwer beschäftigt. Entspannung ist keine in Sicht. Im Gegenteil, die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Die IT-Fachkräftelücke wird größer. Laut Bitkom ist die Zahl freier Stellen für IT-Fachkräfte im Jahr 2021 auf 96.000 gestiegen. Das sind zwölf Prozent mehr als im Vorjahr, in dem branchenübergreifend 86.000 Jobs unbesetzt blieben. Zwei von drei Unternehmen erwarten eine weitere Verschärfung der Personalnot, heißt es bei dem Digitalverband.

 

Die Lösung

Zeit, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Das Startup smapOne bietet mittelständischen Unternehmen einen sofort verfügbaren Baukasten für Business-Apps an, mit dem Mitarbeiter ohne Programmierkenntnisse Prozesse digitalisieren können. Dazu hält smapOne zahlreiche Vorlagen oder entsprechende Bausteine bereit, um alle für einen Arbeitsprozess notwendigen Daten zu erfassen – zum Beispiel Textfeld, Skizze, Bild-Upload und Barcode-Scan. Auch Prozesse zwischen mehreren Beteiligten lassen sich abbilden. Die Apps funktionieren auf allen gängigen Endgeräten auf den Betriebssystemen IOS, Android oder Windows Desktop. Und das sogar auch offline.

Gründer und Geschäftsführer Sven Zuschlag sieht smapOne auch als Möglichkeit, Hemmschwellen in der Belegschaft abzubauen. „Mitarbeiter können ihre Digitalkompetenz spielerisch steigern, eine App mit smapOne entwickeln ist wie Legobauen.“ Das Erstellen einer Anwendung sei in wenigen Stunden erledigt. „Unsere Kunden haben Spaß daran, Bausteine hin und her zu schubsen und ihrem Vorgesetzten die fertige Lösung zu zeigen.“ Abhängig von der Nutzerzahl, liege der Einstiegspreis bei 5.000 Euro pro Jahr. Damit könnten beliebig viele Apps entwickelt werden.

 

Die Anwendung

Lukas Greb ist mittlerweile Profi in der App-Entwicklung. Der Prozessmanager beim Photovoltaikinstallateur BSH GmbH & Co. KG digitalisierte zunächst mit smapOne den Abnahmeprozess für fertige Photovoltaikanlagen. Voraussetzung: Jeder Monteur musste sie auf den Baustellen des Unternehmens nutzen können, egal ob auf dem Dach oder im Keller ohne Internet. „Es mussten beispielsweise Fotos aufgenommen werden können sowie Infos über die Länge der Kabelwege, andere Daten vom Aufmaßtechniker und vieles mehr“, sagt Greb.

Nach zwei Tagen war die App fertig – von der Kundennummer bis zum Unterschriftenfeld für die Abnahme des Bauherren. „Klickt der Monteur auf Senden, geht das Protokoll an verschiedene Mitarbeiter und kann auch im Nachhinein eingesehen werden.“ Greb hat weitere Apps erstellt und ist überzeugt, dass es keinen Prozess gibt, der sich so nicht digitalisieren ließe. „Sobald ich unseren smapOne Consultant anrufe, hat er eine Lösung. Die Antwort ‚So weit sind wir noch nicht, gab es bislang nie‘.“