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Creditreform

Wenn die Vertriebsaußendienstler von Hansgrohe unterwegs sind, ist das iPad ein unverzichtbarer Begleiter. Der Badarmaturen-Hersteller hat im vergangenen Jahr ein mobiles Customer-Relationship-Management-System (CRM) eingeführt. „Die Mitarbeiter können beispielsweise ihre Besuche vorbereiten, Kontaktdaten pflegen oder auch ihre Besuchsberichte erstellen – sofort nach dem Besuch und ohne Zettelwirtschaft“, freut sich CRM-Consultant Johannes Schmelzle. „Sie arbeiten mit dem System schneller und effektiver.“ Mehr als 60 Mitarbeiter sind jetzt mit iPads ausgestattet und nutzen die Geräte nicht nur für das mobile CRM, sondern auch für die Bearbeitung ihrer E-Mails.

Die neuen Endgeräte sorgen derzeit für einen Paradigmenwechsel: weg vom Laptop hin zum Tablet. „Touch Devices sind nicht nur leichter und komfortabler, sie überzeugen im Idealfall auch mit einem besonders benutzerfreundlichen Bedienkonzept“, sagt Christian Puhr, Product Manager bei der Update Software AG, die die mobile CRM-Lösung für Hansgrohe entwickelt hat. „Und mobiles CRM verlangt Einfachheit.“ In der Applikation ging es darum, auf funktionalen Ballast zu verzichten und das Tool auf wesentliche Funktionen zu reduzieren. „Die Performance der Mobile App ist sehr wichtig, sowohl im Online- als auch im Offline-Betrieb“, betont Johannes Schmelzle von Hansgrohe. „Die als relevant identifizierten Prozesse in der mobilen Lösung konfigurieren zu können, spielt natürlich auch eine entscheidende Rolle – in der mobilen App sollte dies ähnlich gut möglich sein wie beim CRM auf dem PC.“

Große Stärken bei der Präsentation

Mobiles Arbeiten gehört zu den wichtigsten Trends in der IT – da sind sich alle namhaften Analysten einig. Einer Umfrage des Deutschen Führungskräfteverbands zufolge gehört das mobile Arbeiten bereits für 52 Prozent der Befragten zur beruflichen Normalität. Die Verkaufszahlen von Smartphones und Tablets steigen stetig, und speziell in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Kundenberatung spielen sie ihre Vorteile aus, sagt Tim Neugebauer, Geschäftsführer der Online-Agentur „das Medienkombinat“. „Sie erlauben nicht nur eine grafisch gut aufbereitete Präsentation, etwa von Produkten oder Dienstleistungen. Sie können durch das Nutzen von Geo-Lokalisierung sowie Foto- und Telefonfunktion auch prozessunterstützend wirken.“

Neugebauers Agentur hat in diesem Bereich beispielsweise eine Business-App für die Eternit GmbH programmiert, die Flachdach-Elemente herstellt. Dachdecker können im Schadensoder Sanierungsfall direkt über die Applikation Daten an Eternit senden und ein Angebot einholen. „Für solche Anwendungen besitzen mobile Endgeräte daher eine ganz eigene Berechtigung“, so Neugebauer. Am weitesten verbreitet im Business-Bereich ist sicherlich der Einsatz der mobilen Geräte als Kommunikationsmittel – also als Mail-Programm, Kalender und für das Instant Messaging.

Prozesse werden deutlich beschleunigt

„Die meisten Mitarbeiter schätzen diese Mobilität und Flexibilität“, berichtet Marius Müller, der mit seiner Firma Lapworld auf den Vertrieb von Notebooks spezialisiert ist und als IT-Berater für Unternehmen arbeitet. Der stationäre Desktop-PC werde kaum noch nachgefragt, sagt Müller. Selbst dem Notebook gibt er keine Überlebenschancen. „Tablet-PCs bekommen immer mehr Funktionen. Und auch Leistungsstärke wird nicht das Problem sein, denn schon heute haben wir Tablets mit unheimlich schnellen Prozessoren.“ Wer ins Büro zurückkehrt, kann an Docking-Stationen mit Peripherie-Geräten wie Bildschirm, Tastatur und externer Festplatte arbeiten.

Immer mehr Arbeiten lassen sich aber bereits mobil erledigen. Müssen zum Beispiel Rechnungen freigegeben werden, gelangt das Dokument dorthin, wo der Entscheider gerade ist. Die ReadSoft AG bietet Lösungen für SAP-Prozesse an und hat ein Modul für die mobile Rechnungsfreigabe erstellt. Freigabeberechtigte Mitarbeiter werden automatisch benachrichtigt, sobald eine Rechnung geprüft werden soll. „Über einen Link gelangt der Mitarbeiter zu dem entsprechenden Dokument und entscheidet mit einem Klick, ob er sie freigeben, zurückweisen oder aber zusätzliche Informationen hinzufügen möchte“, erklärt Readsoft-Vorstand Oliver Hoffmann. „Prozesse werden damit deutlich beschleunigt, und der Verlust von Skonto-Ermäßigungen oder das Auflaufen von Mahngebühren wird verhindert.“

Bei der Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt wurde für die automatisierte Rechnungsverarbeitung das Modul Mobile Approval eingeführt. Ziel war es, dadurch die Rechnungsprüfung und Zahlungsfreigaben in den Werken und Hauptverwaltungen zu beschleunigen. Das sei gelungen, sagt Raimund Billion, Abteilungsdirektor der Zentralabteilung Finanzen und Rechnungswesen. Die Rechnungen werden via Blackberry geprüft. „Ohne Bindung an einen Computer oder Anmeldung am Terminal Server System. Gleichzeitig ist jederzeit eine lückenlose Dokumentation des Freigabe-Prozesses gewährleistet.“

Michael Schlösser

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