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Creditreform

Das Wachstum werde laut Krämer durch die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) allerdings mehr und mehr künstlich angefacht. „Auch wenn die Verbraucherpreise nur mäßig steigen, darf nicht übersehen werden, dass die lockere Geldpolitik die Aktienkurse und Häuserpreise hierzulande steigen lässt“, so Krämer. (mil)

Weitere Einschätzungen:

Wachstum in Europa

Der Euroraum habe die Talsohle der Staatsschuldenkrise durchschritten und werde im neuen Jahr erstmals seit drei Jahren wieder wachsen. Mit 0,9 Prozent werde der Euroraum aber weit hinter Deutschland zurückbleiben, wobei besonders Frankreich und Italien enttäuschen dürften.

Risiken der US-Geldpolitik

Im Ausstieg der US-Notenbank Fed aus ihrer „ultralockeren Geldpolitik“ sieht der Commerzbank-Chefvolkswirt Risiken für die Konjunktur. Das Zurückrollen der erfolgreichen Reformen der Agenda 2010 dürfte dagegen erst nach mehreren Jahren negativ auf das deutsche Wachstum durchschlagen, sagte Krämer. Für 2015 erwartet er noch eine Wachstumsrate von zwei Prozent. Für den Euroraum erwarten die Commerzbank-Volkswirte in zwei Jahren nur halb so viel Wachstum.

Vorteile für Dollar

Dagegen kehren nach ihrer Ansicht die USA zur alten Stärke mit Wachstumsraten von 2,8 Prozent (2014) und 3,0 Prozent (2015) zurück. „Amerika hat sich aus der Krise heraus gearbeitet. Die Konjunktur kann ungehindert Fahrt aufnehmen“, so Krämer. Dies erlaube auch der Fed als erste aus der lockeren Geldpolitik auszusteigen und im Frühjahr die Käufe von Staatsanleihen zurückzufahren. Davon werde auch der Dollar profitieren, sowohl zum Euro als auch zum Yen.

Probleme für Schwellenländer

Die Weltwirtschaft werde wieder stärker vom Aufschwung der USA getragen. China könne es mit Wachstumsraten von 7,5 Prozent schaffen, eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung einzuleiten. Andere Schwellenländer könnten allerdings Probleme bekommen, sich an das steigende Zinsniveau anzupassen. „Im Handel mit den Emerging-Markets-Währungen dürften die turbulenten Jahre zurück kommen“, sagte Krämer.

Zunehmende Kursschwankungen

Aktienanlegern raten die Commerzbank-Experten zu vorsichtigen Käufen. „Es ist noch nicht zu spät, auf den Zug aufzuspringen“, erklärte Aktien-Stratege Andreas Hürkamp. Aber: „2014 dürften die Kursschwankungen in Folge der weniger lockeren Fed-Politik zunehmen.“ Dies biete wiederum Investoren die Gelegenheit, nach Kursrückschlägen günstigere Einstiegspreise zum Aktienkauf zu nutzen. Fundamental seien Dax-Aktien mit einer durchschnittlichen Dividendenrendite von 2,8 Prozent weiterhin attraktiv, zumal für 18 der 30 Dax-Unternehmen höhere Dividenden winken. Dem Dax insgesamt traut Hürkamp einen Anstieg bis Ende 2014 auf 10.200 Punkte zu, wobei zwischenzeitlich auch Korrekturen bis auf ein Niveau bei 8.800 Punkten möglich seien.