Das Unternehmermagazin aus der Handelsblatt Media Group

Creditreform

Creditreform ist bereits seit 1990 in Ungarn tätig. Das Geschäft dort ist nicht leicht. Grund dafür ist zum einen das vergleichsweise schwach ausgeprägte Risikomanagement vieler heimischer Firmen. „Die großen multinationalen Konzerne wissen um die Gefahren gerade bei Geschäften mit bisher unbekannten Kunden oder Lieferanten. Und sie wissen, wie einfach es ist, relevante Informationen über Geschäftspartner zu beschaffen – beispielsweise über eine Wirtschaftsauskunftei wie Creditreform“, sagt Gabor.

Dagegen unterschätzten kleine und mittelgroße ungarische Unternehmen diese Risiken oft völlig. „Da macht beispielsweise jemand Geschäfte mit einer Firma, die seit vier Jahren keinen Umsatz verzeichnet, bleibt dann nicht ganz überraschend auf seiner Rechnung sitzen und kommt erst dann zu uns, um zu retten, was noch zu retten ist“, erzählt der Creditreform-Geschäftsführer. Das sei selbstverständlich zu spät. Gabor wundert sich immer wieder, dass Firmen Geschäfte über mehrere 100.000 Euro mit Partnern abwickeln, von denen sie nichts wissen. Sein Fazit: „Das Risikomanagement der heimischen Firmen ist weit vom westeuropäischen Niveau entfernt.“

Bekanntheit weiter ausbauen

Erschwerend für Creditreform kommt hinzu, dass man in Ungarn weit weniger bekannt ist als in Deutschland. Die Marktposition bezeichnet Gabor als „stabil“. Je nach Produkt sei Creditreform die Nummer drei oder vier im Markt. Der Wettbewerb unter den Auskunfteien sei stark und werde häufig über den Preis ausgetragen. „Um dem zu entgehen, bemühen wir uns, Lösungen anzubieten, bei denen wir ohne Konkurrenz sind“, betont Gabor.

Als Beispiel nennt er die Möglichkeit des direkten Zugriffs auf die Datenbank von Creditreform: „In dem Fall schaffen wir eine Schnittstelle mit dem Datensystem des Kunden, sodass beide Systeme miteinander kommunizieren können.“ So erhalte der Kunde die gewünschten Informationen sehr viel schneller, als wenn er für jede Auskunft anfragen müsste. Zusätzlicher Vorteil für den Kunden: Er kann die bei Creditreform gespeicherten Daten über neue Unternehmen für seine Zwecke nutzen – etwa zur Akquisition.

Creditreform beschäftigt in Ungarn 17 Mitarbeiter und bietet dort weitgehend die gleichen Produkte an wie in Deutschland. So verfügt Creditreform Kft. im Auskunftsbereich über eine Datenbank mit mehr als 500.000 wirtschaftsaktiven Firmen. Das Firmenportal Crefoport 2.0 selektiert Adressen nach individuellen Vorgaben wie Umsatzgröße oder Mitarbeiterzahl.

Daneben übernimmt Creditreform Inkassodienstleistungen, vornehmlich im Masseninkasso. Anders als etwa in Polen, wo die Unternehmen ihre Bilanzen in Papierform bei den Registergerichten hinterlegen – was die Arbeit für Auskunfteien sehr aufwendig macht –, ist Datenbeschaffung in Ungarn einfach. „Es gibt Plattformen, auf denen sich Firmendaten in sehr strukturierter Form und sehr aktuell online abrufen lassen“, sagt Gabor.