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Der deutsche Unternehmernachwuchs will in Zukunft verstärkt operative Verantwortung übernehmen. Drei Viertel der Firmenerben geben in einer aktuellen Umfrage der ZU Friedrichshafen und der Stiftung Familienunternehmen an, dass sie als Nachfolger im firmeneigenen Betrieb einsteigen möchten.

Die Firmenerben wollten demnach nicht nur als Gesellschafter des Familienunternehmens fungieren, sondern auch im Tagesgeschäft die Führung übernehmen. 39 Prozent der Befragten können sich aber auch vorstellen ein Start-up zu gründen. Für sie sei die Gründung ihres eigenen Unternehmens eine „realistische Option“: „Die Bereitschaft, in die Firma der Familie einzusteigen, steht im Wettstreit mit dem Wunsch, ein eigenes Unternehmen aufzubauen“, sagt der Geschäftsführer der Stiftung Familienunternehmen, Stefan Heidbreder.

Für welchen Weg man sich letztlich entscheide, hänge stark davon ab, „wie konkret der Übergang von der einen auf die andere Generation festgelegt ist“. Für die Studie wurden 315 Söhne und Töchter aus Unternehmerfamilien im Alter zwischen 16 und 40 Jahren befragt.

Auffällig ist, dass sich die Mehrheit der potentiellen Nachfolger (54 Prozent) auch die Arbeit im Team mit Fremdgeschäftsführern vorstellen kann. Nur eine Minderheit kann sich jedoch vorstellen, den familieneigenen Betrieb zu verkaufen (12 Prozent). Speziell bei größeren Familienunternehmen ist laut Heidbreder festzustellen, dass die Nachfolge mittlerweile deutlich professioneller als noch vor einigen Jahren geregelt wird.