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Creditreform

Wirtschaftlich erfolgreich zu sein, bedeutet heute mehr als nur gute Produkte herzustellen oder einen positiven Jahresabschluss zu generieren. Wirtschaftlich erfolgreich zu sein, schließt die Nachhaltigkeit eines Unternehmens, also die Verantwortung gegenüber Gesellschaft, Umwelt und natürlich auch den eigenen Mitarbeitern, mit ein. Kurz: Kunden und auch die Gesellschaft interessieren sich zunehmend dafür, wie Unternehmen ihr Geld verdienen und werden dadurch bei ihrer Kaufentscheidung beeinflusst. Somit sind die Nachhaltigkeit eines Unternehmens und die damit verbundenen Vorsorgemaßnahmen wirtschaftliche Erfolgsfaktoren und echte Wettbewerbsvorteile.

Wichtige Säulen eines jeden Unternehmens sind die eigenen Mitarbeiter. Sie tragen wesentlich zur Zukunftssicherung eines Unternehmens bei. Arbeitsschutz und die Verhinderung von arbeitsbedingten Erkrankungen und entsprechende Präventivmaßnahmen kommen den Arbeitnehmern zugute und schließlich auch dem Unternehmen. Unfall- und Ausfallraten können gesenkt werden, was letztlich auch positive Effekte für den gesamten Betriebsablauf hat. Arbeits- und Gesundheitsschutz sollten also an vorderster Stelle stehen und am besten über den gesetzlichen Rahmen hinausgehen.

Schließlich wirkt ein Engagement für den Arbeits- und Gesundheitsschutz nicht nur durch die Reduzierung von Gefährdungen der persönlichen Haftung des Arbeitgebers entgegen, sondern führt zudem zu einer Steigerung des Sicherheitsbewusstseins der Mitarbeiter. Dadurch werden langfristig betrachtet die Anzahl der Arbeitsunfälle, die Anzahl der krankheitsbedingten Ausfalltage und das damit verbundene Risiko von Störungen der Produktionsabläufe und Lieferprozesse gesenkt. Dieses wirkt sich wiederum positiv auf wirtschaftliche Aspekte aus. Ausfallzeiten, Lohnfortzahlungen und Versicherungskosten werden reduziert sowie dem frühzeitigen Ausscheiden von wertvollen Mitarbeitern entgegengewirkt. Denn insbesondere das Anwerben neuer Fachkräfte gestaltet sich heutzutage oft als zeit- und kostenintensiv.

Das Engagement eines Unternehmens für den Arbeits- und Gesundheitsschutz hat natürlich auch positive Effekte für die Mitarbeiterzufriedenheit und -Motivation. Wirksame Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit verbessern zusätzlich das Image und die Reputation eines Unternehmens und führen dazu, dass sich Mitarbeiter stärker an ihr Unternehmen binden und sich mit ihm identifizieren. Dies kann wiederum auch die Grundlage dafür sein, dass sie das Unternehmen weiterempfehlen und ihre Zufriedenheit kommunizieren. Durch eine öffentlichkeitswirksame Darstellung des nachhaltigen Engagements und durch das Bekenntnis der Mitarbeiter werden nicht zuletzt die Reputation und das Image bei Kunden, Lieferanten, Behörden, Banken und Investoren verbessert.

Investitionen in Arbeits- und Gesundheitsschutz haben somit einen klaren betriebswirtschaftlichen Nutzen.

Das nachhaltige Engagement von Unternehmen beim Schutz der Mitarbeiter vor Gefahren bei der Arbeit stellt aber nur eine Seite der Medaille dar. Gefahrenstellen verhindern und beseitigen sind genauso Pflicht, wie es auf Arbeitnehmerseite beispielsweise das Tragen geeigneter Schutzausrüstung ist. Die Mitarbeiter müssen sich an Vorschriften halten, wachsam sein und potentielle Gefahrenquellen benennen, denn Arbeitsschutz funktioniert immer nur beidseitig. Dazu sollten Mitarbeiter auch aktiv in die Prozesse zur Identifikation und Vermeidung von Gefahrenquellen eingebunden werden. Dies erhöht sowohl die Akzeptanz als auch die Wirksamkeit der festgelegten Maßnahmen.

Verantwortung für den Arbeits- und Gesundheitsschutz endet auch nicht im eigenen Unternehmen: Zulieferer müssen ebenso in die Pflicht genommen werden, die Mitarbeiter zu schützen. Daher sollten die Lieferanten ebenfalls mit geeigneten Mitteln überprüft werden. Nachhaltiges Engagement gilt nur dann als seriös und glaubwürdig, wenn es auf die gesamte Wertschöpfungs- und Lieferkette ausgedehnt wird.

Vor diesem Hintergrund gibt es aber auch weitere Anforderungen an Unternehmen, denn Nachhaltigkeit muss immer ganzheitlich betrachtet werden. Arbeitsschutz und der Schutz der Gesundheit sind dabei zentrale Aspekte in den drei Säulen der Nachhaltigkeit: Ökologie, Ökonomie und Soziales. Alle Maßnahmen und jedes Engagement dienen schließlich dazu, Risiken zu minimieren, die Zukunftsfähigkeit zu sichern und die Unternehmenswerte zu schützen.

Nachhaltigkeit ist also ganz klar ein Erfolgsfaktor und vorbeugende Maßnahmen zahlen sich speziell beim Arbeits- und Gesundheitsschutz aus – wirtschaftlich wie gesellschaftlich.

Gabriele Rauße ist Geschäftsführerin der TÜV Rheinland Cert GmbH.