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Die Planung komplexer Produkte unterstützen spezielle Konfiguratoren. Dem Außendienst dienen solche Tools als Argumentationshilfe im Verkaufsgespräch, während Endkunden ihre Vorstellungen visualisieren können. Worauf Sie achten sollten, erläutert Achim Reupert, Director Sales der nionex GmbH.

Die Einsatzmöglichkeiten von Produktkonfiguratoren sind vielfältig: „Sie reichen vom Entwurf von Möbeln über die Einrichtung von Büroräumen bis hin zur Konstruktion technischer Geräte“, so Achim Reupert. Am Beispiel eines Küchenplaners stellt er vor, was einen Produktkonfigurator ausmacht. (mil)

Berücksichtigen Sie diese Kriterien:

Multidevice-Fähigkeit

Für eine möglichst breite Nutzung sollten Produktkonfiguratoren auf verschiedensten Geräten laufen – auf mobilen Endgeräten mit unterschiedlichen Betriebssystemen, über den Webbrowser auf einem PC oder via DVD auf einer Spielkonsole. Um nicht für jede Anwendung eine eigene Version entwickeln zu müssen, empfiehlt sich die Nutzung einer Cross-Plattform-Entwicklungsumgebung: Die entwickelte Software lässt sich mit marginalen Veränderungen an die Anforderungen der verschiedenen Geräte und Betriebssysteme einfach und schnell anpassen.

Stand-alone-Software

Um einen Produktkonfigurator auf Messen oder in Verkaufsräumen als PoS-Lösung einsetzen zu können, sollte das Tool auch als Windows- oder Mac OS-Anwendung zur Verfügung stehen. Ohne weitere IT-Infrastruktur können Kunden den Konfigurator dann über einen Touch-Screen benutzen.

Multichannel-Fähigkeit

Produktkonfiguratoren können verschiedene Verkaufskanäle miteinander verbinden: Dem Kunden ist es möglich, eine Küche bequem vom Sofa aus zu planen, im Anschluss sollte der Produktkonfigurator die Möglichkeit bieten, Kontakt zum Händler oder dem Vertrieb aufzunehmen.

Intuitive Bedienung

Damit Endkunden den Spaß an der Planung nicht verlieren, sollten Produktkonfiguratoren so einfach wie möglich zu bedienen sein – und zwar ohne Bedienungsanleitung. Wichtig ist, dass die Gerätefunktionen wie gewohnt zur Anwendung kommen: Küchenschränke über das Touch-Pad platzieren, per Drag & Drop einzelne Objekte in der Küche austauschen, über den Gravity Sensor des iPad verschiedene Küchenvarianten durchspielen, per GPS nach dem nächstgelegenen Händler suchen und über die Kamera die entworfene Küche in ihre spätere Originalumgebung einfügen (Verbindung von Konfigurator und Augmented Reality).

Dreidimensionale Visualisierung

Produktkonfiguratoren sollten einen möglichst realitätsnahen Eindruck der Küche geben und es Kunden erlauben, sich innerhalb der dreidimensional dargestellten Küche virtuell zu bewegen.

Touchpoints schaffen

Durch die besondere Visualisierung bestimmter Küchenelemente können besondere Details hervorgehoben werden. Durch Klicken wird eine Aktion ausgelöst: Klickt ein Nutzer etwa die Dunstabzugshaube an, startet ein erklärendes Video. Oder beim Klick auf eine Schublade öffnet sich diese.

Nutzerverhalten auswerten

Das Back-End des Produktkonfigurators sollte eine Möglichkeit bieten, nachzuverfolgen, wie Anwender das Tool einsetzen, welche Funktionselemente sie nutzen – und welche nicht. So erhalten Händler wertvolles Feedback zur Nutzung des Konfigurators. Bei Usability-Problemen können Sie – auf Basis der Analyseergebnisse – Optimierungen vornehmen. Wichtig ist, dass keine personenbezogenen Daten erhoben werden, sondern nur Informationen zur Nutzung.

QR-Codes einlesen

Sind die Ausstellungsküchen im Küchenstudio mit QR-Codes versehen, sollten Kunden den Code mit der Kamera ihres Mobilgeräts scannen und dann im Produktkonfigurator z.B. die Farbe der Front verändern können. So ist es Händlern möglich, ihr gesamtes Produktportfolio zu präsentieren, selbst wenn die begrenzten Räumlichkeiten vor Ort dies nicht hergeben.

Zusatzservices anbieten

Zur Vertriebsunterstützung sollten Kunden über den Produktkonfigurator einen Termin im Küchenstudio zur weiteren Beratung vereinbaren und ihre eigenständig geplante Küche über das Tool an das Küchenstudio zur Detailplanung übergeben können. Dann hat der Verkäufer bereits zu Beginn des Gesprächs den Kundenentwurf zur Verfügung, was die Qualität der Beratung deutlich steigert.