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Finanzierung, solvent

Finanz-Spezial (6): Übergeben – Mit warmer Hand

Irgendwann wird es Zeit, loszulassen. Häufiges Problem bei einer Übergabe: Der Nachfolger verfügt über zu wenig Eigenkapital, um den hohen Kaufpreis zu stemmen. Hier einige Tipps für die richtige Finanzierungsstrategie bei der Staffelübergabe.

 

Die Praxis

Vor rund zwei Jahren übernahmen Martin und Laura Günther das Kölner Elektrohaus Günther mit 23 Mitarbeitern von ihrem Vater. Der Senior ist gleich nach der Übergabe ausgeschieden und erfüllt sich einen lange gehegten Traum: Er studiert jetzt Geschichte. In die Firma kommt er nun nur noch sporadisch, um etwa in Spitzenzeiten auszuhelfen oder falls ein Mitarbeiter krank wird.

Auf die Übernahme bereiteten sich die Geschwister intensiv vor: Nach ihrem Studium arbeitete Tochter Laura zunächst sechs Jahre in Festanstellung im Betrieb. Ihr Bruder sammelte nach seiner Meisterprüfung in Elektrotechnik und seinem Ingenieurstudium erst bei externen Arbeitgebern Berufserfahrung. Beide Jungunternehmer haben den Betrieb von ihrem Vater wie unter Dritten gekauft. „Eine vorweggenommene Erbfolge kam für uns nicht infrage, weil wir noch drei Geschwister haben“, so die 34-jährige Firmenchefin. Mit der Lösung zeigten sich alle zufrieden.

Kaufte den väterlichen Elektrofachbetrieb mithilfe eines KfW-Förderkredits zusammen mit ihrem Bruder Martin: Unternehmerin Laura Günther. © Michael Claushallmann

Kaufte den väterlichen Elektrofachbetrieb mithilfe eines KfW-Förderkredits zusammen mit ihrem Bruder Martin: Unternehmerin Laura Günther. © Michael Claushallmann

Als schwierig erwies es sich beim Firmenübergang, die Finanzierung des Kaufpreises zu stemmen. „Das Problem war, dass wir über wenig Eigenkapital verfügten“, so Laura Günther. Die Hausbank schaltete die KfW ein: Die Staatsbank übernahm eine Haftungsfreistellung und gewährte einen günstigen Förderkredit.

• SPEZIAL • Finanzierung? Die Mischung macht’s!

Ein Unternehmer durchläuft viele Phasen. Und jede davon stellt ihre eigenen Anforderungen an die Finanzierungsstrategie. Lesen Sie in unserem Spezial, welche Alternativen es gibt, worauf umsichtige Betriebsinhaber achten – und wie andere Firmenchefs die Entwicklungen gemeistert haben.

1. Gründen
2. Wachsen
3. Erhalten
4. Expandieren
5. Sanieren
6. Übergeben

Die Finanzstrategie

Jedes Jahr steht nach einer Studie des Instituts für Mittelstandsforschung in Bonn bei bis zu 24.000 Familienunternehmen eine Nachfolgeregelung an. In mehr als der Hälfte der Fälle übernehmen die Kinder. „Meist dauert der Prozess der Übergabe – unabhängig davon, wer die Firma übernimmt – bis zu zwei Jahre“, sagt Nils Koerber, auf Nachfolge spezialisierter Unternehmensberater in Bremen. Insbesondere die Finanzierung wird regelmäßig schwierig. „Die jungen Übernehmer verfügen für ein solches kapitalintensives Vorhaben zumeist über zu wenig Eigenkapital. Die Banken aber scheuen das Risiko“, so Koerber. Doch Jungunternehmer haben die Chance auf verschiedene Fördergelder. Wie Firmenchefs die Nachfolge optimal vorbereiten:

Nils Koerber berät Betriebe in Fragen der Unternehmensnachfolge und -Finanzierung. © privat

Nils Koerber berät Betriebe in Fragen der Unternehmensnachfolge und -Finanzierung. © privat

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