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Strategischer Einkauf: Mehr als ein Lippenbekenntnis

In der deutschen Industrie ist die Kaufmannsregel „Im Einkauf liegt der Gewinn“ aktueller denn je. Dabei geht es im globalen Wettbewerb für die Unternehmen lange nicht mehr in erster Linie darum, Güter und Materialien für die eigene Produktion möglichst günstig zu erwerben. Sondern die Firmen benötigen eine Gesamtstrategie, die ihre Performance in der Beschaffung beflügelt. Aber was bedeutet das in der Praxis?

Der Einkauf von Gütern, Materialien und Dienstleistungen spielt als Hebel für effizientes Wirtschaften eine immer wichtigere Rolle. Dies dokumentiert sich im Idealfall mit einem eigenen Ressort im Vorstand oder der Geschäftsführung. Chefsache sollten nach Möglichkeit auch die Fragen sein, wie und mit welchen Lieferanten das Unternehmen kooperiert – und zwar möglichst früh bereits in der Produktentwicklung. Denn hier liegt ein enormes Spar- und Verbesserungspotenzial für die Unternehmen. Das Vorbild stammt aus Japan: Seit mehr als 75 Jahren integriert der Automobilkonzern Toyota seine Zulieferer im Sinne einer Partnerschaft.

Best Practice Airbus

Mittlerweile folgen immer mehr Maschinen- und Anlagenbauer sowie die Luftfahrtindustrie dem Beispiel aus Nippon. So auch die europäische Flugzeugschmiede Airbus. Sie hat beispielsweise in ihrem Produktbereich Kabinen elf Lieferanten in fünf Ländern weltweit bereichsübergreifend bewertet. Anhand der dabei identifizierten, über 700 kritischen Befunde hat der Konzern einerseits Seminare zur Entwicklung seiner Zulieferer eingeführt, im Fachjargon „Production Readiness Workshops“ (PRW). Dort lernen sie die für die Zusammenarbeit erforderlichen Kompetenzen. Andererseits hat das Luftfahrtunternehmen ein Schulungs- und Qualifizierungsprogramm für seine eigenen Mitarbeiter erstellt. Beide Seiten können so besser und effizienter zusammenarbeiten.

Effiziente Prozesse auch im Einkauf

Die systematische und weltweite Suche nach den besten Zulieferern und ihre aktive Entwicklung sind jedoch nur einige wesentliche Maßnahmen, die eine Einkaufsstrategie mit Leben füllen. Wie so oft, liegt der Schlüssel zum wirtschaftlichen Erfolg in effizienten Prozessen und Abläufen. Sie orientieren sich an dem Prinzip, das in den Produktionsabteilungen der deutschen Industrie seit Jahrzehnten etabliert ist: dem Lean Management.

Dieses Prinzip lässt sich auch auf den Einkauf übertragen. Das sogenannte „Lean Purchasing“ hilft dabei, die richtigen und langfristig günstigsten Lieferkanäle zu entwickeln. Auf diese Weise verbessern die Unternehmen auch ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit. Das erkennen inzwischen immer mehr Industrieunternehmen. Es wird spannend zu verfolgen, inwieweit die Unternehmen es schaffen, solche strategischen Themen in den Geschäftsalltag ihrer Einkaufsteams zu integrieren.

 

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Weiterführende Informationen:

Studie Lean Purchasing 2016 – Im Einkauf liegt der Gewinn

BestPractice Day 2016: Der internationale Lean Kongress am 6. und 7. Juli

 


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