Melanie Dichtl ist Managerin bei Hootsuite, einem Anbieter von Social Media-OrganisationssoftwareMelanie Dichtl ist Managerin bei Hootsuite, einem Anbieter von Social Media-Organisationssoftware
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    Social Media-Strategie für Messen und Konferenzen: Facebook, Twitter & Co. im Eventmanagement

    Events wie Messen und Konferenzen müssen von Unternehmen gezielt geplant werden, damit sie nicht in der Masse der Anbieter untergehen. Um die Aufmerksamkeit des Publikums innerhalb der Nachrichtenfülle zu gewinnen, kann Social Media ein entscheidender Faktor sein.

    Konferenzen und Messen bieten Unternehmen eine gute Möglichkeit, die Aufmerksamkeit derer zu wecken, die für ihr Geschäft wichtig sind. Das Ausrichten eines Events oder die Teilnahme an Messen sind jedoch auch aufwendige und teure Investitionen. Gerade kleinere Unternehmen müssen sicherstellen, dass sich die Veranstaltung für sie auch tatsächlich auszahlt.

    Plattformübergreifende Social Media-Strategie für die richtigen Kanäle

    Eine Möglichkeit, die Sichtbarkeit zu erhöhen, ist der gezielte Einsatz von Social Media. Indem soziale Netzwerke aktiv vor, während und nach einem Event eingebunden werden, können Unternehmen ganz gezielt Themen platzieren und Interessenten auf ihre Produkte, Inhalte und Leistungen aufmerksam machen sowie mit der relevanten Zielgruppe interagieren.
    Um so viele Interessenten wie möglich zu erreichen, sollte die Strategie plattformübergreifend sein. Denn unterschiedliche Zielgrupppen nutzen auch verschiedene Netzwerke – während im B2B-Bereich eher Twitter und Xing wichtig sind, spielen für viele B2C-Unternehmen eher Facebook, Pinterest und Instagram eine große Rolle. Durch die zunehmende Fragmentierung von sozialen Netzwerken sollten Firmen jedoch genau abwägen, über welche und wie viele Netzwerke sie die richtigen Adressaten mit relevanten Nachrichten ansprechen.

    Bevor eine langfristige Strategie festgelegt wird, empfiehlt es sich deshalb, zunächst individuell für die eigene Zielgruppe zu testen, welcher Content zu welchen Zeitpunkten auf welchen Kanälen am besten funktioniert. Zudem sollten Unternehmen ihre bestehenden Kunden und Lieferanten nach deren Social-Media-Nutzung fragen und die jeweiligen Aktivitäten in den Netzwerken beobachten, um herauszufinden, welche Kanäle die jeweilige Zielgruppe nutzt.

    Mit relevantem Content in Interaktion treten

    Ist der Zugang zur Zielgruppe identifiziert, muss relevanter Content produziert und geteilt werden. Auf das jeweilige Publikum zugeschnittene Inhalte helfen dabei, die richtigen Personen mit den richtigen Nachrichten zu erreichen. Mit dem Verständnis, wen eine Meldung beeinflussen soll, können Inhalte dementsprechend adressatengerecht aufbereitet werden. Welche Inhalte dann tatsächlich gut bei Kunden und Interessenten ankommen, wird über den Einsatz von Real-Time Analysen deutlich. Damit wird der Erfolg des Social Media-Einsatzes messbar und kontinuierliche Optimierung möglich.

    Innerhalb der Social Media-Strategie ist zu beachten, dass während einer Veranstaltung ca. 90 Prozent der für Social Media-Aktitivtäten vorgesehenen Zeit für persönliche Interaktion mit dem Publikum eingeplant wird, anstatt rein informative Posts zu veröffentlichen. Denn die Interaktion mit Interessenten – also das unmittelbare Beantworten von Fragen und Feedback auf Posts – ist entscheidend dafür, langfristig in Erinnerung zu bleiben und sicherzustellen, dass der Content tatsächlich Beachtung findet. Persönliche Interaktion ist also essenziell für den Aufbau neuer Kontakte und die Pflege bestehender Beziehungen. Über Technolgien wie etwa Hootsuite können Firmen ihre Posts im Vorfeld des Events erstellen und zeitlich vorausplanen – das spart Zeit und schont Resourcen während des Events.

    Gezielte Vorbereitung für den effektiven Einsatz von Social Media im Vorfeld erleichtert die Durchführung während der Veranstaltung erheblich. Ein einfacher Weg, mit Interessenten in Kontakt zu treten – egal ob sie am Event teilnehmen werden oder nicht – ist die Erstellung bzw. Verwendung passender Hashtags sowie Twitter-Listen. Verknüpft mit interessanten Informationen zum eigenen Unternehmen ermöglichen sie es, sich von der Masse abzuheben. Dies können Meinungen zu den Themen des Events, Verlosungen von Tickets oder weiterführende Informationen zu relevanten Themen ein. Grundsätzlich sollten Unternehmen bei Live-Tweets von Veranstaltungen darauf achten, dass sie auch für diejenigen in den sozialen Netzwerken verständlich sind, die nicht vor Ort sind und dass Inhalte, die auf Social Media geteilt werden interessant und nicht rein werblich sind.

    Kontinuierliche Interaktion, vor, während und im Anschluss an Events

    Zeitpläne von Messen oder Konferenzen bieten auch die Möglichkeit, mit Hilfe von Social Media-Kanälen Inhalte bereits vor der Veranstaltung vorzubereiten. Posts können bereits am Morgen oder sogar schon vor der Konferenz erstellt und im Laufe des Tages automatisch geteilt werden, während sich der Großteil des Teams um die Besucher am Messestand kümmert.
    So kann zeitnahe Kommunikation sichergestellt werden. Gleichzeitig reicht es so dann auch aus, dass ein kleiner Teil des Teams vor Ort unmittelbar reagiert und ad-hoc mit zusätzlichen Posts in Interaktion mit den Followern tritt. Um die Social Media-Aktivitäten zu unterstützen und ihre Sichtbarkeit zu erhöhen, sollten zudem möglichst viele Mitarbeiter über ihre eigenen Kanäle die Posts des Unternehmens teilen. Der Aufwand dafür ist gering, lohnt sich aber. Denn bereits acht Personen haben durchschnittlich das Potenzial, über ihre Kanäle 1,7 Millionen Menschen zu erreichen.

    Effektive und schnelle Nachbereitung ist Teil der Social Media-Strategie

    Im Anschluss an den Event kann Social Media auch für die Nachbereitung genutzt werden. Teilnehmer nutzen häufig die Rückreise nach Hause, um sich auf Sozialen Netzwerken zu informieren und über Veranstaltungen zu posten, an denen sie teilgenommen haben. Unternehmen sollten deshalb unbedingt auch nach der Veranstaltung mit allen Kontakten über Social Media im Gespräch bleiben. Ein effektives Follow-Up beginnt schon innerhalb der nächsten 24 Stunden. Dann sollten neu gewonnene Kontakte auch an den Vertrieb weitergegeben werden.

    Richtig eingesetzt kann Social Media also dabei helfen, mit alten und neuen Geschäftspartnern in Kontakt zu bleiben und die Teilnahme an Events wie Messen zu gewinnbringenden Investitionen zu machen.

    Zur Autorin: Melanie Dichtl ist Managerin bei Hootsuite, einem Anbieter von Social Media-Organisationssoftware


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