Oliver Grün

Mobile Business, vernetzt

Die Cloud als Schlüsseltechnologie der Digitalisierung

Warum Cloud Computing beim Energiesparen hilft und wie sich auch sicherheitsbewusste Mittelständler dem Thema nähern, ohne sich oder ihre Daten unnötigen IT-Risiken auszusetzen.

In der Diskussion über Digitalisierung wird der Begriff Cloud Computing fast inflationär benutzt. Das hat allerdings seine Berechtigung – ist doch die Wolke für die meisten Entwicklungen der digitalen Transformation eine Schlüsseltechnologie: Ob Mobilität, Industrie 4.0 oder Big Data, all diese Trends werden durch die Cloud getragen.

Auch beim Thema Green IT kommt man an der Wolke nicht vorbei. Natürlich sollte schon bei der Anschaffung neuer Hardware auf deren Langlebigkeit geachtet und mit energieeffizienteren Rechenzentren und optimierten IT-Prozessen der Gesamtenergieverbrauch gesenkt werden. Neben der Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks wird so auch Geld gespart.

Die Cloud senkt den Energieverbrauch

Die Energieeffizienz der eigenen Anlagen und Geräte ist dabei ein wichtiger Punkt. Allerdings sollte auch deren Nutzung effizient sein. Oftmals bleiben Rechenleistung, Speicherplatz und Anwendungsprogramme zumindest zeitweise aufgrund schwankender Auslastung ungenutzt. Hier kommt die Cloud-Technologie ins Spiel: In der Wolke kann das Unternehmen Hard- und Software flexibel und nach Bedarf buchen. So liegen keine Ressourcen mehr brach und verbrauchen unnötige Energie. Dazu kommt, dass eigene veraltete Infrastrukturen durch hochoptimierte, energieeffiziente Rechenzentren abgelöst werden.

Das Potenzial der Cloud haben deutsche Unternehmen erkannt. Unlängst titelte der Branchenverband Bitkom in seinem Cloud-Monitor, Deutschland sei in der Cloud angekommen. Das trifft vielleicht bei der Nutzung der Private Cloud zu, wo firmeneigene Kapazitäten gebündelt und zugeteilt werden. Das wirkliche Potenzial der Wolke entfaltet sich allerdings erst beim Einsatz der Public Cloud durch ihre Skalierbarkeit. Denn nur hier hat der Nutzer Zugriff auf alle Ressourcen des Dienstleisters und muss keine Anschaffungen mehr vornehmen.

Zur Person
Oliver Grün ist Präsident beim Bundesverband IT-Mittelstand (BITMi) und Mittelstandsbotschafter des Creditreform-Magazins.

Sicherheitsbedenken bremsen viele Unternehmen

Gebremst werden Unternehmen vor allem durch Sicherheitsbedenken. Der Cloud Monitor zeigt, dass gerade mittelständische Unternehmen vor Public Cloud Services zurückschrecken. Dabei steht die Mehrzahl der IT-Angriffe nicht im Zusammenhang mit Cloud-Lösungen. Die Vorsicht unseres konservativen deutschen Mittelstands bewahrt ihn häufig vor Fahrlässigkeit. Allerdings ist zu befürchten, dass er sich auf seiner Weltmarktführerschaft ausruht und den nächsten Schritt in die Cloud nicht mitgeht. Dabei sollten sich besonders die pragmatischen Mittelständler die enormen Kosteneinsparungen vor Augen führen – sei es durch reduzierten Energiebedarf oder gesunkene Anschaffungskosten.

Hybrid Cloud schafft Sicherheit

Mit Blick auf ihre Daten werden die Unternehmen feststellen, dass nicht alle ihre Daten gleich sicher sein müssen: Daten zu Produktbeschreibungen sind weniger sicherheitsrelevant als Angebots- und Rechnungsdaten von Kunden. Sie können daher den Weg über die Hybrid Cloud nehmen, Angebote der Private und Public Cloud mischen und so sensible Firmendaten vorerst im Unternehmen behalten.

Darüber hinaus bietet die Cloud mit ihrer Skalierbarkeit ein enormes Wachstumspotenzial, welches der Mittelstand nicht freimütig ausschlagen sollte. Hier besteht die Chance, die Lücke zu den Großkonzernen zu verringern. Große Projekte, die vorher aufgrund umfangreicher Startinvestitionen nicht in Reichweite kleinerer Unternehmen lagen, lassen sich nun realisieren. Diese Chance dürfen wir Mittelständler uns nicht entgehen lassen.


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