© Talaj / iStock© Talaj / iStock

    E-Commerce, vernetzt

    Der Kunde ist König: Auf diese Trends sollten sich Onlinehändler einstellen

    Ist die Ware im Onlineshop bestellt, sollte die Lieferung nicht nur schnell erfolgen – sondern gefälligst auch räumlich flexibel und zum Wunschzeitpunkt des Empfängers. Fünf Leistungen, die Shopbetreiber prüfen sollten, damit König Kunde auch morgen noch bestellt.

     

    Zustellung am selben Tag …

    Heute bestellt, morgen geliefert? Vielen Onlineshoppern reicht das nicht mehr. So haben 44 Prozent der Millennials laut einer Studie von Metapack eine Bestellung schon einmal abgebrochen, weil sie die angegebene Lieferzeit zu lang fanden. 23 Prozent fordern gar eine Zustellung noch am selben Tag. „Geprägt von der digitalen Welt, mit der sie aufgewachsen sind, erwarten diese onlineaffinen und kauffreudigen Verbraucher eine schnelle, intuitive und nahtlose Bestellerfahrung“, rät der Softwareanbieter daher allen Shopbetreibern.

    … und in Zeitfenstern

    Bei Lebensmitteln und Medikamenten besonders wichtig: Allyouneedfresh.de bietet nicht nur Lieferung noch am Tag der Bestellung – sondern auch Lieferung am Wunschtag inklusive frei wählbarem Zustell-Zeitfenster. „Kunden bevorzugen die Lieferung zum Wunschtermin und kaufen dabei größere Warenkörbe ein“, begründet Manager Jens Drubel. „Unsere Wunsch-Zeitfenster sind zwei Stunden lang“, erzählt Patrick Luig von der Versandapotheke Aponeo. Das genüge den Kunden im Augenblick noch – es sei aber absehbar, dass sich das ändert. Der Trend werde irgendwann „in Richtung 30 Minuten“ gehen – und weniger. „Wenn der Empfänger zum Lieferzeitpunkt nicht zu Hause ist, hilft die schnellste Lieferung nichts“, bestätigt Stephan Tromp, stellvertretender Hauptgeschäftsführer beim Handelsverband Deutschland (HDE): „Für die meisten Kunden ist ein möglichst kleines Zeitfenster für die Lieferung daher das Wichtigste.“

    Umrouten

    Offenheit und Flexibilität will der Buchhändler Thalia dadurch signalisieren, dass er seinen Kunden Umrouten anbietet: „Auch wenn ein Buch schon unterwegs zum Kunden ist, möchte er es vielleicht spontan doch nicht nach Hause, sondern lieber in ein Café liefern lassen“, erklärt Christoph Maris von Thalia. Im „Zeitalter des Konsumenten“, das die Unternehmensberatung EY ausgerufen hat, seien Händler „Diener des Kunden“, findet Maris: Um ihn nicht zu verlieren, dürften Händler sich „selbst ungewöhnlichen Wegen“ nicht verschließen.

    Augmented Reality

    „Digitale Technologien machen erst richtig Spaß, wenn sie auf kreative Weise das Einkaufen zu einem ungekannten Erlebnis machen“, postuliert Preethi Mariappan von der Agentur Razorfish und nennt die Produktreihe „L’Oreal Make-up Genius“ als „fantastische Möglichkeit“, mithilfe von Augmented Reality (AR) verschiedene Make-ups per Smartphone auszuprobieren und anschließend direkt zu kaufen. „Vorteil des stationären Handels im Gegenzug zum E-Commerce ist das direkte Look-and-Feel, also das Aus- und Anprobieren“, bestätigt Britta Kristin Böhle von Trusted Shops. Hier könnten besonders Fashionshops stärker mit AR-Angeboten punkten und diesen Nachteil ausgleichen.

    Personalisierung

    Der auch von Google vorangetriebene Fokus auf den Nutzer dürfte konsequenterweise in mehr personalisierten Ansprachen für Kunden münden, schreibt Britta Kristin Böhle von Trusted Shops: „Wer sich als User besser und genauer angesprochen fühlt, nutzt Onlineshops umso intensiver.“ Die Telekom machte es mit Familie Heins und verschiedenen Identifizierungsfiguren schon vor. Ein weiteres Themenfeld in diesem Zusammenhang ist Böhle zufolge die geschlechterspezifische Fokussierung – auch bekannt als „Shecommerce“.


    Wir freuen uns über Diskussionen und Ihre Kommentare.
    Wie in jeder Gemeinschaft ist es notwendig, dass sich alle Teilnehmer an die Netiquette halten. Durch Ihre Kommentare sollen interessante, gewinnbringende Debatten entstehen, an denen sich andere Nutzer gerne beteiligen. Beleidigungen und Schmähreden sind deshalb ebenso tabu wie Diskriminierungen und die unerlaubte Veröffentlichung persönlicher Daten. Bitte verstecken Sie sich auch nicht hinter Pseudonymen, sondern benutzen Sie Klarnamen.

    Kommentar absenden

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

    CAPTCHA-Bild

    *

    Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

    Lesen Sie weiter


    erfolgreich, Mittelstandsbotschafter, Strategie

    Industrieller Service mit wenigen Innovationen: Der Weg zum Smart Enterprise ist weit

    Alle reden von der digitalen Transformation. Vor allem im Maschinen- und Anlagenbau lässt sich das Thema nicht ignorieren. Doch die große Revolution, der Wandel zum echten Smart Enterprise, bleibt vorerst noch aus. Das liegt vor allem daran, dass Industrie 4.0...