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Hard- & Software, vernetzt

ERP: Ressourcenplanung für Unternehmen in der Cloud

Die Digitalisierung verändert nicht nur Unternehmen, sondern auch die Anforderungen an die Unternehmens-Software. Diese wird ortsunabhängig, kommunikativer und kommt aus der Cloud. Text: Iris Quirin

Die Mitarbeiter von Provedo sind viel unterwegs. Das Leipziger Unternehmen hat sich auf die Gebäudeautomatisierung von mittelständischen Kunden spezialisiert und realisiert Smart-Home-Projekte für große Konzerne. Um stets über alle Ressourcen – vom Personal über das notwendige Kapital bis hin zum verwendeten Material – einen guten Überblick zu behalten, setzt die Geschäftsführung auf Software-Unterstützung. Fachleute wissen, nach welchem Begriff sie in diesem Zusammenhang suchen müssen: ERP. Das Kürzel steht für Enterprise Resource Planning, zu Deutsch: Ressourcenplanung für Unternehmen.

Als es bei Provedo kürzlich um die Wahl einer neuen ERP-Lösung ging, entschied sich die Geschäftsführung für eine Cloud-Variante. „Das stellt zum einen den standortunabhängigen Zugriff sicher. Zum anderen geht mit solch einer Lösung eine Null-Wartungs-Situation einher – der Betrieb der Server, die Installation, das Aufspielen von Updates, alles das übernimmt der Anbieter“, erklärt Andreas Thurm, technischer Leiter bei Provedo. Bereits nach der Evaluierungsphase konnten die Sachsen mit der Cloud-Lösung des Anbieters Weclapp an den Start gehen, die speziell für den Handel und für die Dienstleistungsbranche entwickelt wurde. „Das aufgeräumte, übersichtliche Interface macht den Betrieb auch auf Kleinstgeräten wie Smartphone und Tablet möglich. Das bietet unseren Mitarbeitern noch mehr Flexibilität“, freut sich Thurm.

Eigenes IT-Know-how nicht notwendig

Mit seiner Entscheidung für eine Cloud-Variante liegt Provedo voll im Trend. „Sie eignet sich für alle Firmen, die keine eigene IT im Haus haben und keine Hardware vorhalten können oder wollen“, erklärt ERP-Experte Norbert Gronau von der Uni Potsdam und ergänzt: „Für alle, die neu mit ERP starten, gibt es heute keinen Grund mehr, selbst die Kompetenz für den Betrieb von komplexen Software-Lösungen aufbauen zu müssen – denn dafür gibt es ja professionelle Dienstleister.“

Ein orts- und ein zeitunabhängiger Zugriff von allen Geräten auf die Informationen sind wichtige Leistungsmerkmale dieser modernen ERP-Systeme. Zu den weiteren Basics zählt, dass sie plattformunabhängig einsetzbar sind. Und immer entscheidender ist: „Sie müssen Workflow-Fähigkeiten besitzen, damit bestimmte Informationen auch ad hoc an Kollegen weitergegeben werden können – und zwar strukturierter, als dies per E-Mail möglich ist.

Das funktioniert mit einer Art Social-Collaboration-Plattform für ERP“, erklärt Gronau und nennt als Beispiel Infor Ming.le, eine Kollaborationsplattform, die Social-Media-Konzepte auf das berufliche Umfeld überträgt. Ähnlich wie bei Twitter oder Facebook ist es mit Infor Ming.le möglich, Kollegen, Dokumenten, Prozessen und sogar Anlagen zu folgen. Damit sind sämtliche Informationen, die für die eigene Arbeit notwendig sind, auf einen Blick verfügbar.

netzwert
Gleich drei Broschüren mit Tipps zur Auswahl und zur Einführung von ERP-Programmen finden Sie unter creditreform-magazin.de/erp-leitfaden

Auch Webshops lassen sich in moderne ERP-Systeme einbinden. Das war etwa für Helmut Lange, Geschäftsführer von Grüngold Fleischalternativen im norddeutschen Stuvenborn, ein Entscheidungskriterium für die Software von Sage, die ebenfalls in einem Rechenzentrum in Deutschland vorgehalten wird.

„Ein Grund für den Zuschlag war, dass die Software die Anbindung des Online-Shops an die Warenwirtschaft bietet“, sagt Lange. Er nennt gleich noch einen weiteren Motivationsgrund: „Außerdem sieht die ERP-Lösung ein Produktionstool vor. Damit können wir alle wichtigen Prozesse von der Produktion über die Warenwirtschaft bis hin zum Endkunden-Shop miteinander vernetzen.“ Und da der Markt für vegetarische und vegane Lebensmittel, in dem sein Betrieb unterwegs ist, boomt, legte Lange bei der Auswahl des ERP-Systems zudem darauf Wert, dass die Software zukunftsfähig ist und noch über Jahre hinweg mit seinem Unternehmen wachsen kann.

© siraanamwong/ iStock

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Sechs ERP-Lösungen aus der Cloud
Die folgenden Software-Varianten sind vor allem für den Einsatz bei kleinen und mittelgroßen Unternehmen konzipiert:

Alexa ERP. Das modular aufgebaute ERP-System für den Handel von Salt Solutions enthält optional ein CRM- (Customer Relationship Management) sowie ein integriertes E-Commerce-Modul inklusive Webshop und Versandhandelsabwicklung. Alexa ist mehrsprachig und besitzt rollenbasierte Benutzerberechtigungen für Zugriffe auf Dialoge und Daten. www.alexa-retail.com/produkte/erp-komplettsystem.html

Sage 100 (ehemals Sage Office Line). Die Cloud-Variante für alle Branchen und Betriebe bis 100 Mitarbeiter bietet einen 360-Grad-Überblick über das Unternehmen mit den Funktionen Controlling und Finanzen, Personalwirtschaft, CRM und DMS. Sie lässt sich modular erweitern und flexibel anpassen. www.sage.de

Scopevisio Suite. Diese integrierte Unternehmens-Software umfasst die zentralen Bereiche entlang der Wertschöpfungskette – vom Marketing und Vertrieb über die Auftragsabwicklung und Abrechnung, das Dokumentenmanagement und E-Collaboration bis hin zu Finanzen und Buchhaltung. www.scopevisio.com

Weclapp Cloud ERP. Neben dem übersichtlichen CRM verfügt die Lösung auch über eine umfangreiche Artikel- und Lagerverwaltung, die klassischen Buchhaltungsfunktionen, eine Online-Shop-Anbindung und zahlreiche weitere Funktionen, die Händler und Produzenten in ihrem Arbeitsalltag benötigen. Das Online-ERP-System lässt sich modular beliebig erweitern. www.weclapp.de

Comarch ERP Cloud. Eine Integration mit Webshops und PoS-Frontends ist vorinstalliert. Auch die Realisierung von Industrie 4.0 und Internet of Things (IoT) ist im offenen ERP-System bereits angelegt. Es lassen sich Lagerbestände in mehreren Lagern verwalten, die Preis- und Rabattpolitik festlegen sowie die Daten mit Kunden und Lieferanten austauschen. www.comarch-cloud.de/erp

Godesys ERP. Die modular aufgebaute Standard-Software für kundenorientierte Mittelständler deckt als integrierte Unternehmenslösung alle Funktionen aus den Bereichen Rechnungswesen, Personal, Auftragswesen, Materialwirtschaft, Produktion, Vertrieb, Controlling, Service-Management, Konsumgüter und E-Business ab. www.godesys.de


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