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Unternehmensnachfolge bedeutet Veränderung

Unternehmensnachfolge bedeutet Veraenderung

Im Zuge einer Unternehmensnachfolge wünscht sich die abgebende Generation oft, dass sich nichts verändert. Jedoch kann keine Nachfolgegeneration in die Fußstapfen der Senioren treten. Mit dieser für jedes Nachfolgeprojekt gültigen Feststellung sensibilisierte Beatrice Rodenstock vor einigen Tagen mehr als 220 Zuhöher der Veranstaltung „Lebenswerk erhalten – Nachfolge gestalten“ im niedersächsischen Nordhorn.

Beatrice Rodenstock führt die Geschäfte der gleichnamigen Unternehmerfamilie in fünfter Generation und verweist in Nordhorn auf eine wesentliche Barriere in Generationswechselprozessen. „Wenn ein Senior den Anspruch hat, dass es genauso weiterläuft wie bisher scheitert die Nachfolge.“

Denn ein Generationswechsel ist keineswegs nur ein Personalwechsel auf der Kommandobrücke eines Unternehmens. Vielmehr ist eine Unternehmensnachfolge immer mit Veränderungen im Unternehmen verbunden.

Bundesweiter Unternehmermangel bedroht

Auch in der stark von Familienunternehmen geprägten Grafschaft Bentheim sind viele Unternehmer mit Veränderungen in ihrem Familienunternehmen konfrontiert. Denn diese Region liegt voll im Trend der bundesweit alternden Unternehmerschaft. Denn der Anteil von Unternehmer über 55 Jahre nimmt in den kommenden Jahren stark zu. Nach einer Studie der Handwerkskammer Osnabrück sind bereits heute sind mehr als ein Drittel  aller Handwerksunternehmer im Kammerbezirk älter als 55 Jahre. Dies sind 60% mehr als noch vor fünf Jahren. Von den anstehenden Nachfolgen sind etwa 15.000 Arbeitsplätze betroffen.

Nun ist es bei Familienunternehmen nicht mehr ausgemacht, dass ein Generationswechsel in der Familie stattfindet. Denn nur noch knapp 40% aller Familienunternehmen führen Familienangehörige weiter. In 2014 kamen nach Untersuchungen des Instituts für Mittelstandsforschung noch weit über 54% der Unternehmensnachfolger aus der Familie. Heute wechseln  Unternehmerkinder zunehmend als Angestellte in den gut laufenden Arbeitsmarkt und verschärfen den Unternehmermangel vieler Regionen zusätzlich.

Nachfolgersuche ist größte Herausforderung bei Unternehmensnachfolge

Egal ob innerfamiliär oder außerfamiliär: Bei einer Unternehmensnachfolge stehen klassische steuerliche und juristische Fragen oft im Vordergrund der Gespräche. Allerdings gilt bei einer außerfamiliären Unternehmensnachfolge die Suche nach einem Nachfolger bei außerfamiliären Unternehmensnachfolgen als die größte Herausforderungen.

„Der starke Anstieg übergabenotwendigen Firmen führt bereits heute in einigen Branchen zu einem Käufermarkt“, sagt Ingo Claus, der Unternehmer bei der der Unternehmensnachfolge oder beim Unternehmensverkauf in der Grafschaft Bentheim, in Osnabrück und dem Emsland begleitet. Dabei unterstreicht er: „Eine gute Vorbereitung eines innerfamiliären Generationswechsels oder eines Unternehmensverkaufs ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge. Diese hilft, einen erfolgreichen Veränderungsprozess anzuschieben und nachfolgend zu gestalten.“

Beatrice Rodenstock wies in Nordhorn darauf hin, dass „die Nachfolge ein Thema ist, das nicht so einfach nebenher gestaltet werden kann.“ Aus diesem Grund wird ein Generationswechsel in der Familie bzw. eines Unternehmensverkauf oft von erfahrenen Spezialisten begleitet. Sie kennen die Besonderheiten und Herausforderung dieses Prozesses und unterstützen den abgebenden Unternehmer, bei dieser Lebensentscheidung Kurs zu halten.

Bildnachweis: Fotolia.com / ©Karin & Uwe Annass


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Kommentare

  1. Die Situationsbeschreibung kann ich nur bestätigen. Ich selbst bewege mich als M&A-Berater mit Fokus auf den IT-Sektor in einem Markt, der sich gerade am Beginn einer Phase der massiven Konsolidierung befindet.

    So ist die Mehrzahl der IT-Firmen in der Boomphase der 90er Jahre gegründet worden und ein Großteil der Gründer steht jetzt vor der Nachfolge-Frage. Erschwerend kommt im IT-Sektor hinzu, dass es in dieser Branche keine Tradition der familieninternen Nachfolge gibt. Und häufig liegen auch die Firmenbewertungen in einem Bereich, der eine Übernahme durch Privatpersonen, sei es firmenintern oder auch extern, erschwert.

    So stellt sich die Frage, was man als Unternehmer tun kann. Nach meiner Erfahrung liegt der entscheidende Schlüssel zur Lösung in der Person des Unternehmers selbst.

    Wenn der Unternehmer den notwendigen Weitblick hat, wird er das Thema Nachfolge frühzeitig angehen. Mit genügend Vorlauf hat er die Chance, einen Nachfolger im eigenen Team aufzubauen und sein Unternehmen im Hinblick auf einen möglichen Verkauf richtig aufzustellen. Lässt er sich bei diesem Prozess auch noch qualifiziert beraten, so ergeben sich immer Optionen.

    Das zeigt sich auch im IT-Sektor. So lässt sich für gut aufgestellte IT-Unternehmen in den meisten Fällen ein passender strategischer Investor finden. Häufig kann der Unternehmer seine Firma dann auch noch 2-3 weitere Jahre führen und sein Lebenswerk sukzessive in langfristig stabile Strukturen übergeben.

    Ralf Heib, http://www.match-it.biz

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