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Starke Konjunkturzahlen halten Aktienkurse noch oben!

Eine Markteinschätzung vom Herausgeber der „Börsensignale“.

Dass die Aktienkurse in den USA weit überbewertet und damit reif für eine Kurskorrektur sind, darauf habe ich bereits vor einem Monat hingewiesen. Außerdem stehen die relativ kursschwachen Sommermonate bevor. Daher rate ich dazu, im Moment keine weiteren Zukäufe zu tätigen, sondern zunächst mal abzuwarten. Auch panikartige Verkäufe sind noch nicht angebracht. Solange die drei Frühindikatoren unter den Aktienindizes nicht drehen und die Zinsstruktur weiter steigt, wird es keinen Konjunktureinbruch geben, auch wenn der Einkaufsmanagerindex (Manufacturing Index) in den USA etwas zurückging. Der deutsche Ifo-Geschäftsklimaindex hat zuletzt weiter zugelegt und den höchsten Stand seit Juli 2011 erreicht. Abzuwarten bleibt die Entwicklung der Inflationsraten, die Entwicklung des Ölpreises und des US-Dollars sowie der Ausgang der Wahl in Frankreich, von der Europas Zukunft abhängen könnte. Bei der Einschätzung helfen uns bewährte Indikatoren. Wir schauen auf folgende Signale:

a) die Zinsstruktur („lange“ minus „kurze“ Zinsen) im gleitenden Durchschnitt,
b) das Trendsignal der Aktienindizes, repräsentiert durch den Nasdaq Composite, den Dow Jones Utility und den Dax sowie
c) die Mehrheit der Signale von fünf Indikatoren.

Wie also dürfte es nun weitergehen an den Märkten?

Anleihezinsen:
Die Anleihezinsen steigen, was früher als wichtiges Warn­signal galt, als man noch Inflation bekämpfen musste. Steigende Anleihezinsen zeigen aber auch, dass die Wirtschaft wieder in Gang kommt. Der Zinsanstieg läuft bisher sehr verhalten. Die deutsche Umlaufrendite liegt mit 0,06 Prozent nur knapp über null Prozent.

Zinsstruktur: Unser Konjunkturin­dikator, der den Abstand der langfristigen Zinsen von den kurzfristigen Zinsen in den USA und Deutschland misst, gibt im Einklang mit anderen Konjunkturindikatoren weiter positive Signale. Denn der geglättete Abstand ist nun bei 0,45 angelangt; vor einem Monat betrug der Abstand noch 0,36. Das bedeutet: Eine Rezession droht weder in den USA noch in Europa.

Ölpreis: Der Ölpreis pendelt in sehr engem Rahmen zwischen 50 und 54 US-­Dollar. Zuletzt war wieder ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Übersteigt er die 55-Dollar-Marke, dann gibt er für den Aktienmarkt wieder ein negatives Signal. Alle fünf „übrigen Indi­katoren“ gäben dann ein Warnsignal.

Trendsignal: Der Trend der Aktienindizes ist zwar etwas ins Stocken geraten; die Aufwärtsbewegung ging mittlerweile in eine Seitwärtsbewegung über. Aber eine Trendwende ist nicht erkennbar. Vor allem der Nasdaq-Composite-Index müsste vom gegenwärtigen Niveau von 5.900 Punkten um mehr als 15 Prozent ­fallen, um ein Warnsignal auszulösen.

CRB-Index: Die Rohstoffpreise insgesamt (CRB Anfang April bei 185,6) bewegten sich zuletzt seitwärts. Da wir aber hier einen Vorjahresvergleich machen, bleibt immer noch ein deutlicher Anstieg. Da der CRB-Index rechtzeitig vor Inflationsgefahren warnen soll, gilt das als negatives Signal.

Saisonfaktor: Dieser Indikator ist ab dem 28. April negativ. Dann beginnt die oft schwierige Sommersaison.

US-Dollar: Der US-Dollar hat von dem Zinsabstand zum Euro bisher nicht weiter profitieren können. Ende März fiel er sogar unter die Marke von 0,93 Euro. Um wieder ein positives Signal geben zu ­können, müsste er momentan die Marke 0,9480 überschreiten. Zuletzt waren es 0,9374 Euro (5. April 2017).

Fazit: Unser Gesamtsystem bleibt insgesamt mit 2:1 positiv. Das wird wohl auch über den Mai hinaus so bleiben, da die Hauptindikatoren Zinsstruktur und Aktienindizes so schnell keine Wende zeigen können. Dennoch rate ich vorläufig zur Zurückhaltung am Aktienmarkt.


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