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    entspannt, Leben

    Das Rad neu entdecken

    Sechs Zweiradneuheiten, die helfen könnten, den inneren Schweinehund zu besiegen und öfter in die Pedale zu treten.

    Kurz nach dem Frühstückskaffee, ist die Laune vieler Pendler am Morgen schon wieder im Keller. Stau. Zwei Drittel der Deutschen fahren laut Mikrozensus des Statistischen Bundesamts mit dem Auto zur Arbeit und quälen sich allmorgendlich auf vier Rädern durch verstopfte Straßen – während etwa neun Prozent pendelnde Radfahrer rechts und links an ihnen vorbeiziehen. Fröhlich pfeifend, entspannt und glücklich, wie eine Studie des Calming Technology Lab an der Stanford University in Kalifornien belegt. Dort haben Wissenschaftler Berufspendler, darunter Rad- wie Autofahrer, mit tragbarer Technik zur Messung von Atmung und Herzfrequenz ausgestattet und begleitet.

    Sowohl auf dem Weg zur Arbeit als auch später im Tagesverlauf waren die Radfahrer weniger gestresst. Zudem konnten sie nach getaner Arbeit leichter wieder in den Feierabend-Modus umschalten. Zugegeben: Ergebnisse, die bei kalifornischem Sonnenschein ermittelt wurden, könnten durchaus von solchen bei Hamburger Schmuddelwetter abweichen. Zu lange Wegstrecken gelten als Ausrede aber nicht. Gut die Hälfte aller Pendler muss zur Arbeit weniger als zehn Kilometer zurücklegen, ein Drittel sogar weniger als fünf. Das ist mit den hier vorgestellten Rädern und Ausrüstungsgegenständen allemal zu schaffen.

    Halbe Hose, volle Funktion

    Gutes Produktdesign lässt Unnötiges weg. So wie das der bestechend simplen Rainlegs. Sie lösen ein Problem, das jeder Radfahrer kennt, der unverhofft in einen Schauer kommt. Binnen Sekunden ist die Hose an den Knien und Oberschenkeln nass. Die minimalistische Neuinterpretation der Regenhose überzeugt dabei gleich in dreierlei Hinsicht. Die Rainlegs sind so klein, dass sie in jede Tasche passen. Mit Klettverschlüssen und Hüftgurt sind sie schnell angezogen, und weil sie eben nur dort schützen, wo der meiste Regen hintropft, verhindern sie, dass der Träger unangenehm schwitzt.
    rainlegs.com//de/home

    Klappt einwandfrei

    Von daheim zum Bahnhof, mit der Bahn in die Stadt und von dort ins Büro. Was früher Arbeitsweg hieß, wird heute „Mobilitätskette“ genannt – in der ein Faltrad für viele Pendler das ideale Bindeglied sein kann. Zumal Hersteller wie Bernds aus Bielefeld dafür sorgen, dass die Klapper ihr schlechtes Image in Sachen Stabilität und Fahrkomfort ablegen. Das Faltrad von Bernds soll auf 20-Zoll-Rädern ein Gefühl vermitteln, als säße man auf einem normalgroßen Rad. Das Hinterrad ist gefedert, bei Nichtgebrauch lässt es sich an den Rahmen schwenken. Auch Sattel, Vorderrad und Lenker können aus ihren Halterungen gelöst und zum Transport gesichert werden.
    bernds.de/faltrad

     

    E-Bike mit Geschichte

    Wer ein Fahrrad des Amsterdamer Startups Roetz-Bikes kauft, entscheidet sich für ein Rad mit Geschichte. In den Niederlanden werden jährlich rund eine Million Räder weggeworfen oder zurückgelassen. Und das, obwohl Teile wie Rahmen und Gabel noch einwandfrei sind. Diesen herrenlosen Rädern gibt Roetz eine zweite Chance – genau wie den Mitarbeitern. In der Manufaktur werden unter anderem Langzeitarbeitslose zu Fahrradmechanikern ausgebildet und bauen aus Schrottmühlen wieder richtige Schmuckstücke. Die Flaggschiffe der Kollektion sind die E-Bike-Modelle Vigour+. Elektroantrieb und Akku wurden so dezent verbaut, dass die klassische Optik bestehen bleibt. Dabei steckt darin jede Menge Innovation. Der Akku soll sich beim Rückwärtstritt im Leerlauf oder beim Bremsen automatisch regenerieren.
    roetz-bikes.com

    Clevere Kreuzung

    Sportkleidung auf dem Rad, Business-Look im Büro. Mit dem Wingman, einer Mischung aus rollbarer Anzugtasche und Rucksack, ist das kein Problem. Die Tasche des australischen Herstellers Henty schluckt locker Anzug oder Kostüm, Hemd oder Bluse und dazu passende Schuhe. Der Trick dabei: Der feine Zwirn wird knitterfrei in einen speziellen Kleidersack gelegt. Dieser ist mit Kunststoffrippen verstärkt, die bewirken, dass der Sack nur so stark geknickt werden kann wie nötig, um ihn um die dazugehörige Innentasche für Schuhe, Accessoires oder Kosmetik zu rollen. Fixiert wird die wasserdichte Kleiderrolle mit Klettverschlüssen und Kunststoffschnallen, geschultert mit gepolsterten Trageriemen – und in der Rückentasche ist sogar noch Platz für Laptop oder Unterlagen.
    henty.cc/shop/wingman-backpack

    Helm oder kein Helm?

    Während in Spanien oder Finnland eine Helm­pflicht für Radfahrer gilt, verzichten in Deutschland viele auf den Kopfschutz – oft aus Bequemlichkeit oder wegen modischer Bedenken. Mit dem Hovding haben Industriedesigner der Universität Lund in Schweden einen Airbag für Radfahrer entwickelt, bei dem diese Gegenargumente nicht mehr gelten sollen. Er wird wie ein Schal um den Hals gelegt, geschlossen und aktiviert. Erst im Ernstfall erkennen Bewegungssensoren den drohenden Crash, lösen aus und blitzschnell schließt sich eine Art Kapuze, gefüllt mit Heliumgas, schützend um den Kopf.
    www.hovding.de

    Packesel mit Pedalen

    Lastenräder sind neben E-Bikes der zweite große Trend auf Fahrradmarkt. Dass so ein Packesel stark und trotzdem schick sein kann, beweisen die Macher von Omnium Bikes aus Kopenhagen. Deren Modell Mini Max kommt hinten daher wie ein normales Trekkingrad, während sich über dem kleineren Vorderrad ein 50 mal 70 Zentimeter großer Gepäckträger für Werkzeug, Einkäufe oder Kindersitze ausbreitet. Dabei bringt das Rad gerade mal 16 Kilogramm auf die Waage. Samt Fahrer soll es laut Hersteller mit 150 Kilogramm fast das Zehnfache seines Gewichts tragen können.
    omniumcargo.dk/omnium-mini-max


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