Christoph Leichtweiß ist geschäftsführender Gesellschafter von zwei Unternehmen der YPOS-Gruppe. 
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solvent, Vorsorge

Allzeithoch im DAX, negative Renditen bei Staatsanleihen

Der deutsche Leitindex DAX30 hat jüngst zum ersten Mal in seiner Geschichte die Marke von 13.000 Punkte überschritten. Gleichzeitig weisen kurz laufende deutsche Staatsanleihen eine negative Verzinsung auf. Beides ist kein Grund für blinden Aktionismus, sondern ein Anstoß sich mit der eigenen Anlagestrategie auseinanderzusetzen und eine zeitgemäße Finanzplanung erstellen zu lassen.

Allzeithoch – Und nun?

Aktien sind Beteiligungskapital an Unternehmen. Geht es der Wirtschaft gut und die Unternehmen erwirtschaften Gewinne, dann partizipieren deren Eigentümer (die Aktionäre) in Form von Dividenden und Preissteigerungen an dieser Entwicklung. Allerdings gab es auch andere Zeiten. Eine geplatzte Technologieblase und die Finanzkrise der Jahre 2008/2009 haben dafür gesorgt, dass Investitionen in den Aktienmarkt eher mit Spekulation und dramatischen Kurseinbrüchen verbunden werden.

Die aktuell sehr positiven Entwicklungen an den globalen Aktienmärkten sollten nicht dazu führen, dass diese Erinnerung im Gedächtnis der Anleger verblasst. Gleichzeitig ist ein Allzeithoch kein nachhaltiger Indikator für die zukünftige Entwicklung des Aktienmarktes. Der einzig richtige Ausgangspunkt für die „richtige“ Aktienquote sind die individuellen Vorstellungen des Anlegers und dessen finanziellen Risikobereitschaft. Leider wird gerade letzteres oft auf mangelhafte Art und Weise ermittelt.

Ein giftiger Cocktail für Anleger

Es gibt nichts schön zu reden. Kurz laufende Anleihen bester Bonität rentieren nahe Null Prozent oder gar negativ. Zu diesem Preis der Sicherheit kommt noch der Kaufkraftverlust durch Inflation. Nachdem sich die Energiepreise wieder auf einem höheren Niveau eingependelt haben beträgt die Inflation für Deutschland aktuell 1,8 Prozent. Die Kombination aus negativer Rendite und Inflation ergibt einen Kaufkraftverlust  von knapp 2,5 Prozent.Es ist offensichtlich, dass damit kein realer Vermögenserhalt möglich ist. Aber auch langfristige Sparprozesse, wie die private und betriebliche Altersversorgung, können so nicht funktionieren. Man kann es nicht oft genug wiederholen: Die gesamte Finanzstruktur muss auf den Prüfstand!

Niedrige Zinsen und hohe Vermögenspreise

Auf der einen Seite brechen die Aktienmärkte Rekordmarken und auf der anderen Seite werden Anleger in bonitätsstarken und schwankungsarmen Vermögensklassen sukzessive enteignet. Die simple Schlussfolgerung von niedrigen Zinsen und hohen Vermögenspreisen ist sicher zu vereinfachend. Dennoch gibt es natürlich einen einfachen Zusammenhang. Ohne Zinsen werden Vermögensklassen, die noch einen Ertrag generieren können eben wertvoller. Jedoch sollte man sich davor hüten von gleichbleibend niedrigen Zinsen auf stabile oder konstant steigende Vermögenspreise zu schließen.


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