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Erneut weniger Pleiten im ersten Halbjahr

Das Insolvenzgeschehen entspannt sich hierzulande weiter – sowohl bei Firmen als auch bei Privatpersonen. Insgesamt 60.500 Pleiten zählte die Creditreform Wirtschaftsforschung im ersten Halbjahr, in den ersten sechs Monaten des Vorjahres waren es noch 5,3 Prozent mehr.

„Die anhaltend gute Wirtschaftslage in einem günstigen Finanzierungsumfeld sowie eine verbesserte Ertrags- und Eigenkapitalsituation stärken die Stabilität der Unternehmen“, begründet Volker Ulbricht, Hauptgeschäftsführer beim Verband der Vereine Creditreform. Zudem sinke der Bestand an jungen Firmen, die tendenziell insolvenzanfälliger sind als etablierte Unternehmen, weil das Gründungsgeschehen hierzulande seit Jahren stagniert.

Bei den Verbraucherinsolvenzen wiederum wirkten sich steigende Beschäftigung und Einkommen positiv aus – auch wenn private Überschuldung ein verbreitetes Problem bleibt. Für das Gesamtjahr prognostiziert Creditreform einen Rückgang bei den Insolvenzen auf 120.000 bis 123.000 Fälle nach fast 128.000 Pleiten im vergangenen Jahr.

Insolvenzentwicklung in Deutschland

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Arbeitsplatzverluste konstant

110.000 Arbeitsplätze sind im ersten Halbjahr 2016 als Folge von Firmenpleiten in Gefahr geraten: „Damit bewegen sich die Arbeitsplatzverluste auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums, obwohl die Zahl der Unternehmensinsolvenzen insgesamt gesunken ist“, kommentiert die Creditreform Wirtschaftsforschung.

Denn während Ein-Personen-Unternehmen ohne jegliche Mitarbeiter einen wachsenden Anteil am Insolvenzgeschehen ausmachen, dürften insbesondere im mittleren Unternehmensgrößensegment und auch bei jungen Firmen nochmals viele Arbeitsplätze betroffen gewesen sein und so einen Gegentrend gebildet haben.

 

Insolvenzschäden bleiben hoch

Die Gesamtzahl der Insolvenzen hierzulande mag zurückgehen – doch die finanziellen Schäden für die Gläubiger sind im Vergleich zum Vorjahr faktisch unverändert hoch: Waren im ersten Halbjahr 2015 Forderungen im Wert von 11,9 Milliarden Euro bedroht, summierten sich die Schäden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres auf immerhin noch 11,8 Milliarden Euro. Damit büßten private Gläubiger pro Insolvenzfall durchschnittlich 791.000 Euro ein (Vorjahreszeitraum: 772.000 Euro).


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