Handelsblatt News

US-Militärs für Gespräche mit den Taliban

Die radikal-islamischen Taliban zeigen jetzt auch Interesse an Gesprächen mit der afghanischen Regierung. Das US-Militär unterstützt die Entwicklung.

US-Spitzenmilitärs in Afghanistan haben sich für Friedensgespräche mit den Taliban ausgesprochen. Die radikalislamischen Rebellen seien nach 16 Jahren Krieg erschöpft, sagte General John Nicholson, der die mehr als 14.000 US-Soldaten in Afghanistan kommandiert. Bis zu einem Ergebnis könnten allerdings noch Jahre vergehen.

Zuvor hatte Nicholson am Mittwoch mit US-Verteidigungsminister James Mattis gesprochen. Dieser sagte, die gesamte Führung der Taliban an den Verhandlungstisch zu bekommen, sei wahrscheinlich unmöglich, aber einige von ihnen seien eindeutig an Gesprächen mit der afghanischen Regierung interessiert.

Die Taliban haben bisher nicht auf ein Verhandlungsangebot von Präsident Aschraf Ghani reagiert. Bei früheren Gelegenheiten hatten sie erklärt, sie wollten Friedensgespräche nur mit Washington führen. Die USA bestehen dagegen auf Verhandlungen zwischen den Taliban und Ghani.

Der strategische Planungsdirektor der Anti-Taliban-Koalition, Michael Fenzel, sagte, kleinere Taliban-Gruppen hätten tatsächlich Interesse an einem Ausgleich mit der afghanischen Regierung signalisiert. Es handele sich aber nur um Gruppen von je zehn bis 20 Kämpfern und nicht um eine ‘kritische Masse’.

Die Taliban kontrollieren mittlerweile offenbar größere Teile Afghanistans als jemals seit ihrem Sturz durch eine von den USA geführte Streitmacht im Oktober 2001. Der Chef der Luftwaffeneinsätze gegen die Taliban, Lance Bunch, sagte, die Rebellen verfügten über mehr als 300 Millionen Dollar (243 Millionen Euro) Einkünfte jährlich unter anderem aus Drogenhandel und illegalem Bergbau. Kampfflugzeuge sollten die Drogenlabore der Taliban ins Visier nehmen.

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