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Ein genereller Ausstieg aus Aktien rückt näher

Eine Markteinschätzung vom Herausgeber der „Börsensignale“.

Kommt es tatsächlich zu einem ernsthaften Handelskrieg zwischen den USA und Europa? Schert Italien aus dem Euro aus? Diese politischen Themen belasten seit Juni den Aktienmarkt. Zwar haben politische Kurse meist kurze Beine. Aber wenn solche gravierenden Unsicherheiten zusammenkommen, dann kann dies die Weltbörsen schon hart treffen. Zumal die Kurse immer noch sehr hoch sind und viele Großanleger auf dem Sprung sind, ihre Gewinne mitzunehmen. Besonders stark fällt die Kursschwäche der Banken auf, die schon sehr oft die Vorreiter einer allgemeinen Baisse waren. Näheres verrät der Blick auf folgende Indikatoren:

a) die Zinsstruktur („lange“ minus „kurze“ Zinsen) im gleitenden Durchschnitt,
b) das Trendsignal der Aktienindizes, repräsentiert durch den Nasdaq Composite, den Dow Jones Utility und den Dax sowie
c) die Mehrheit der Signale von fünf Indikatoren.

Anleihezinsen: Die langfristigen Zinsen haben zuletzt sogar wieder nachgegeben. Doch noch sind sie im Aufwärtstrend, da ihr Niveau mit den vergangenen neun Monaten verglichen werden muss. Nicht nur in den USA sind derzeit 2,88 Prozent Rendite für zehnjährige Staatsanleihen schon ganz attraktiv. Angesichts des steigenden Dollars können sehr wohl auch europäische Anleger auf die Idee kommen, ihre Aktien in US-Anleihen zu tauschen.

Zinsstruktur: Der Zinsabstand ist wie schon im Mai mit 0,47 Prozent noch immer ausreichend, um eine weltweite Rezession zu verhindern. Der Einkaufsmanager-Index in den USA hat sich nach seinem Rückgang im Vor­monat sogar wieder erholen können. Neuer Stand: 58,7 Punkte nach 57,3. Das deutet auf einen weiteren Kon­junktur­optimismus in den USA hin. Offenbar hat die „America-First-Politik“ Donald Trumps hier mitgewirkt.

Trendsignal: Die Stärke des Nasdaq-Composite-Index ist beeindruckend. Er war Anfang Juni mit 7.554 Punkten dabei, seinen Höchststand von Anfang März (7.560) erneut zu testen. Erst wenn dieser Index in den kommenden zwei Monaten unter 6.874 Punkte fiele, bekämen wir ein Warnsignal. Doch bis jetzt ist das Trend­signal dieses Indikators positiv und stabil.

Ölpreis: Der Ölpreis hat sich etwas beruhigt, aber er bleibt mit knapp 77 US-Dollar weiter im Aufwärtstrend, was die Energiekosten für Unternehmen und Verbraucher erhöht.

Fazit: Das Gesamtsystem ist noch mit 2:1 positiv. Doch es ist weiter ratsam, den Aktienanteil im Depot klein zu halten. Ein genereller Ausstieg ist aber erst dann angezeigt, sobald der Nasdaq-Composite-Index im Juli die Marke von 6.874 Punkten unterschreiten sollte.

CRB-Index: Der CRB-Index, der die Rohstoffpreisentwicklung anzeigt, steigt im Jahresvergleich ebenfalls leicht an. Anziehende Rohstoffpreise sind dann eine Belastung für den Aktienmarkt, wenn gleichzeitig die Konjunkturerwartungen zurückgehen.

Saisonfaktor: Ende April hat dieser Indikator gedreht, und das bleibt vorläufig so, zumindest bis Ende September.

US-Dollar: Der US-Dollar bleibt fest, was kein Wunder ist bei seinem Zinsvorsprung gegenüber Euro und Yen. Ein steigender US-Dollar war meist ein positives Signal für den Aktienmarkt, weil es die Exporte in die USA verbilligt und US-Importeure Kosten sparen. Freilich würde ein Handelskrieg dieses bewährte Schema nun durcheinanderbringen.

Mehr Infos: www.boersensignale.de

 


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