Mittelstandsbotschafter, Steuern, Vorsorge

Heubeck: neue Bewertung von Pensionsrückstellungen

Unternehmen, die eine Betriebsrente oder Pension anbieten, müssen diese Verpflichtungen jetzt neu bewerten. Nach 13 Jahren gibt es erstmals wieder neue Richttafeln. Die Folgen sind maßvoll, denn der Anstieg der Lebenserwartung hat sich verlangsamt.

Bewertung von Pensionsverpflichtungen überprüfen

Die Richttafeln der Heubeck AG sind die allgemein anerkannten Rechnungsgrundlagen, wenn es um die bilanzielle Bewertung von Pensionsverpflichtungen geht. Die neueste Ausgabe 2018 G wurde am 20. Juli 2018 veröffentlicht. Es ist die erste Aktualisierung seit 2005.

Sie berücksichtigt erstmals auch sozioökonomische Auswirkungen auf die Lebenserwartung. Die neuen Richttafelnbasieren auf aktuellen Statistiken der  gesetzlichen Rentenversicherung und des Statistischen Bundesamtes. Berücksichtigt sind die jüngsten Entwicklungen bei den Sterblichkeits-,  Invalidisierungs-, Verheiratungs- und Fluktuationswahrscheinlichkeiten.

Die Lebenserwartung nimmt zu, aber nicht so schnell wie erwartet.

Nach den aktualisierten Richttafeln steigt die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland weiter an. Das Tempo des Anstiegs hat sich jedoch verlangsamt. Daher fallen die Auswirkungen auf die Pensionsrückstellungen der Unternehmen insgesamt geringer aus als bei der letzten Aktualisierung 2005.

Konkret rechnet die Heubeck AG damit, dass in der Steuerbilanz je nach Zusammensetzung des Bestandes eine Zuführung zur Pensionsrückstellung von 0,8 % bis 1,5 % erforderlich sein wird. Im nach HGB oder IFRS erstellten Jahresabschluss erwartet die Heubeck AG eine Erhöhung von 1,5 % bis 2,5 %.

Richttafeln auch für die Steuerbilanz maßgeblich

Die Heubeck AG geht davon aus, dass die neuen Richttafeln – wie in der Vergangenheit auch – vom Finanzministerium für die steuerliche Bewertung von Pensionsrückstellungen anerkannt werden. Vor der nächsten Bilanzsaison sollte ein entsprechendes BMF-Schreiben veröffentlicht werden.
Bei der letzten Aktualisierung hatte das BMF ein Wahlrecht eingeräumt. Danach waren die neuen Richttafeln erstmals am Ende des Wirtschaftsjahres anzuwenden, das nach dem damaligen Tag der Veröffentlichung der neuen Richttafeln endete. Alternativ konnten die alten Richttafeln erstmals für das Wirtschaftsjahr verwendet werden, das vor dem 30.6.2006 endete. Offen ist, ob erneut ein solches Wahlrecht eingeräumt wird.

Ein Unterschiedsbetrag aus der erstmaligen Anwendung der neuen Richttafeln kann in der Steuerbilanz nach § 6a Abs. 4 Satz 2 EStG nur auf mindestens drei Wirtschaftsjahre gleichmäßig verteilt der Pensionsrückstellung zugeführt werden.


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