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Seitenblick

Der große Tauschrausch

Der US-amerikanische Ökonom Jeremy Rifkin sieht nicht mehr und nicht weniger als eine neue Ära der Ökonomie aufziehen. „Wir beginnen die Umrisse einer neuen Wirtschaftsordnung zu erblicken, die auf gemeinschaftlich geteilten Gütern basiert“, schreibt er in seinem Buch „Die Null-Grenzkosten-Gesellschaft“. Darin skizziert er die Utopie einer weltweiten Wirtschaft des Teilens und Tauschens. Erfolgreiche Beispiele für die Sharing Economy gebe es bereits: MP3 und Streaming haben die Musikindustrie verändert. Carsharing verändert die Automobilindustrie. Und Airbnb, der Onlinemarktplatz zur Vermittlung privater Reiseunterkünfte und einer der Pioniere des globalen Tauschrauschs, wird in diesem Monat zehn Jahre alt.

Nun ist Rifkin, der immerhin einige Regierungen berät, bekannt dafür, lieber einen Schritt zu weit als zu kurz zu denken. Auch ist das Teilen von Gütern und Infrastruktur nicht neu. Leihbibliotheken, Genossenschaften und Fahrgemeinschaften sind seit Jahrzehnten etabliert. Doch was dem Teilen zu einem neuen Boom verhilft – und das Prinzip deshalb auch als Geschäftsmodell für Unternehmen interessant macht –, sind Technologie und Wertewandel.

Immer mehr Menschen legen immer weniger Wert auf Eigentum. Warum etwas kaufen und sich darum kümmern, wenn man es für die kurze Zeit der Nutzung auch schnell und einfach ausleihen kann? Letzteres ist dank Internet, Smartphones und Apps schließlich so einfach wie nie zuvor. Motive wie diese hat die Wirtschaftsforschungsgesellschaft PwC in einer Studie zur Sharing Economy untersucht. Neben Komfort, Ressourcenschonung und Umweltschutz spielen vor allem finanzielle Aspekte eine Rolle. Insofern könnten auch Unternehmen selbst als Nutzer profitieren. Vor allem die Bereiche Arbeitsmaterial, Kompetenzen und Infrastruktur seien für Betriebe interessant, beschreibt unsere Autorin Iris Quirin. Lesen Sie unsere Titelgeschichte und teilen Sie ihre Gedanken.

 

Christian Raschke
Chefredakteur

 


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