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entspannt, Leben

Die Luft für Aktien wird dünner

Eine Markteinschätzung vom Herausgeber der „Börsensignale“.

Dass der Juli meist noch ein guter Börsenmonat ist, hat sich auch in diesem Jahr wieder bestätigt. Dennoch haben Anleger praktisch nichts versäumt, wenn sie in Aktien unterinvestiert blieben. Vor allem bisherige Favoriten wie Facebook und Twitter mussten kräftige Kursverluste hinnehmen. US-Aktien sind im historischen Vergleich weiterhin viel zu hoch bewertet. Beim Dax droht eine Kopf-Schulter-Formation, was auf eine Trendwende hindeutet und auch hierzulande Verkäufe auslösen könnte – zumal die Monate August und September zu den problematischsten Zeiten für Aktienbesitzer gehören.

Auch die Konjunkturindikatoren verzeichnen Rückgänge: Der US-Einkaufsmanagerindex fiel zuletzt deutlich zurück, und in Deutschland gab es ein überraschendes Minus bei den Auftragseingängen um vier Prozent. Schon vor einem Monat war es ratsam, Aktienkäufe zu unterlassen und das Depot gegen Kursstürze abzusichern – obwohl das Gesamtsystem noch kein Signal zum Ausstieg gegeben hat. Dabei bleibt es vorerst, wie der Blick auf folgende Indikatoren zeigt:

a) die Zinsstruktur („lange“ minus „kurze“ Zinsen) im gleitenden Durchschnitt,
b) das Trendsignal der Aktienindizes, repräsentiert durch den Nasdaq Composite, den Dow Jones Utility und den Dax sowie
c) die Mehrheit der Signale von fünf Indikatoren.
Zinsstruktur: Der Zinsabstand zwischen den langen und kurzen Zinsen ist weiter auf 0,33 Prozent zurückgegangen, was auf eine weltweite Nachfrageabschwächung hinweist. Er ist noch nicht unter null gesunken, was bedeutet, dass noch keine Rezessionsgefahr besteht. Aber eine Konjunkturabschwächung ist sehr wahrscheinlich.

Trendsignal: Der Nasdaq-Composite-Index ist gibt noch immer kein Verkaufssignal entfernt, doch seine jüngsten Verluste mahnen dennoch
zur Vorsicht. Für ein Verkaufssignal dieses Indikators müsste der Index
unter die 7.000-Punkte-Marke fallen. Davon ist er immer noch ein gutes Stück entfernt.

Anleihezinsen: Die zehnjährigen US-Staatsanleihen sind wieder über die Marke von drei Prozent gestiegen. Das ist deshalb ein Warnsignal für Aktien, weil sie damit mittlerweile eine attraktive Konkurrenz zum Aktienmarkt geworden sind.

Ölpreis: Der Ölpreis ist auf einem Niveau von rund 73 US-Dollar (Brent-Öl) geblieben und hat sich damit nicht weiter verteuert. Das ist für Unternehmen und Verbraucher auf der Kostenseite zwar ein Plus. Aber es gibt auch eine Schattenseite: Dadurch wird deutlich, wie schwach die Weltkonjunktur im Moment läuft.

CRB-Index: Zwar sinken die Rohstoffpreise seit einigen Wochen (CRB zuletzt bei 193,18), doch im Vorjahresvergleich bleiben sie noch immer im Aufwärtstrend.

US-Dollar: Der US-Dollar hat wieder deutlich zulegen können. Eine starke US-Währung war in der Vergangenheit meist ein gutes Zeichen für die Börse, gab es doch bei steigendem US-Dollar bisher selten Kursstürze am Aktienmarkt. Allerdings muss einschränkend hinzugefügt werden, dass die derzeitige Dollar-Stärke eigentlich eine Euro-Schwäche ist, bedingt durch das Auseinanderdriften der europäischen Staaten in wichtigen Fragen.

Saisonfaktor: Ende April hat dieser Indikator gedreht, und das bleibt vorläufig so, zumindest bis Ende September.

Fazit: Die Lage bleibt angespannt, auch wenn das System mit 2:1 noch immer kein direktes Verkaufssignal gibt. Es bleibt bei der Empfehlung, die schon Anfang August gegeben wurde: Fall Sie im September noch in den Urlaub fahren, dann sichern Sie Ihre Aktien mit Stopp-Kursen ab und kaufen Sie im Moment nichts hinzu!


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