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Kramp-Karrenbauer will Frauen-Rolle in CDU stärken

Bei der Frauen-Union treffen die prominentesten Bewerber um den CDU-Parteivorsitz aufeinander. Thematisch orientieren sie sich am Publikum.

CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer will auch im Fall ihrer Wahl zur Parteivorsitzenden die Rolle der Frauen in der Partei stärken. ‘Es bedarf einer größeren Repräsentanz der Frauen in der Partei’, sagte sie am Freitag beim ersten direkten Zusammentreffen der drei prominenten Kandidaten für die Nachfolge von Angela Merkel.

Ein Frauenanteil von 26 Prozent in der Partei sei zu gering: ‘Ohne Frauen ist keine Volkspartei zu machen’, sagte sie bei einer Veranstaltung der ‘Frauen-Union’. Kramp-Karrenbauer, Ex-Fraktionschef Friedrich Merz und Gesundheitsminister Jens Spahn wollen sich beim Parteitag im Dezember zur Wahl stellen.

Spahn verwies darauf, dass das Gesundheitssystem in Deutschland im Wesentlichen von Millionen Frauen getragen werde. Zusammen mit den Frauen müsse es nach erfolgreichen Jahren unter Merkel nun einen Neustart geben.

Merz, der vor allem Sympathien im Wirtschaftsflügel der Partei hat, betonte: ‘Ich bin auch immer ein engagierter Familienpolitiker gewesen.’ Bei der Vereinbarung von Familie und Beruf habe es für Frauen Fortschritte gegeben. ‘Natürlich ist die Situation, die wir heute haben, noch nicht zufriedenstellend.’

Er wolle aber mit der Frauen-Union nicht nur über Frauen sprechen, sondern auch über internationale und nationale Herausforderungen. Sein Ziel sei es, die CDU als Volkspartei zu erhalten. Sie müsse zur politischen Mitte hin integrieren. Das Ausfransen an den Rändern sei bedenklich. ‘Ich finde, wir müssen darüber diskutieren, wie wir diesen Trend zurückdrehen.’

Merz sicherte der Kanzlerin für den Fall seiner Wahl zum CDU-Vorsitzenden zudem seine Unterstützung zu. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins ‘Spiegel’ aus CDU-Kreisen signalisierte Merz der Kanzlerin in einem Telefonat Anfang der Woche, sich um eine gute Zusammenarbeit zu bemühen. Auch bei einem Treffen mit CDU-Abgeordneten am Donnerstagmorgen in Berlin erklärte er, nicht gegen die Kanzlerin arbeiten zu wollen. Dies gebiete schon die ‘staatspolitische Verantwortung’, sagte Merz demnach.

In dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer liegt Merz jedoch knapp hinter der CDU-Generalsekretärin. Für Kramp-Karrenbauer sprachen sich demnach 35 Prozent der Unionsanhänger und 31 Prozent aller Befragten aus. Der 62-jährige Merz kommt bei der Gesamtbevölkerung auf einen Wert von 25 Prozent und bei den Unions-Anhängern auf 33 Prozent. Gesundheitsminister Jens Spahn ist der Erhebung zufolge mit Zustimmungswerten von sechs und sieben Prozent dagegen weit abgeschlagen. Die drei prominenten Kandidaten trafen zu Beginn einer vierwöchigen Vorstellungstour am Freitag erstmals aufeinander und stellten sich den Fragen der mächtigen Frauen Union (FU).1p1p


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