Handelsblatt News

US-Banken verlagern wohl Vermögenswerte in Milliardenhöhe nach Frankfurt

Der bevorstehende Austritt der Briten aus der EU verunsichert US-Banken. Sie wollen deshalb wohl milliardenschwere Vermögenswerte nach Frankfurt verlagern.

Die größten Banken der USA ziehen offenbar Konsequenzen aus dem bevorstehenden Austritt der Briten aus der EU: JP Morgan, Goldman Sachs, Morgan Stanley und Citigroup planen, einen Teil ihrer Vermögenswerte von Großbritannien nach Frankfurt zu verlagern, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mehrere Insider berichtet. Demnach würden die Bilanzen der Institute in Deutschland gemeinsam auf 283 Milliarden Dollar (250 Milliarden Euro) anwachsen.

Im Schnitt würden die Banken ihre Vermögenswerte damit in Frankfurt nach dem Brexit verzehnfachen.

Den größten Anteil will den Insidern zufolge JP Morgan mit 100 Milliarden Euro nach Frankfurt verlagern, gefolgt von Goldman Sachs (60 Milliarden Euro) und Citigroup (50 Milliarden Euro). Morgan Stanley plane, Vermögenswerte in Höhe von 40 Milliarden Euro in die Mainmetropole zu verlagern.

Auf Anfrage von Bloomberg lehnten alle vier Banken eine Stellungnahme ab. Den Insidern zufolge wollen die US-Institute Frankfurt zu ihrem wichtigsten Standort innerhalb der EU machen. Die Bank of America hat dafür eine andere Stadt innerhalb der Staatengemeinschaft ausgesucht – und zwar Paris.

Die endgültige Höhe der nach Frankfurt verlagerten Vermögenswerte der vier Banken, einschließlich der Derivatekontrakte mit EU-Kunden, kann sich laut Insidern aber noch je nach Ausgang der Brexit-Verhandlungen ändern.

Die Zeit drängt – für die Banken, für Großbritannien und für die EU. Der Inselstaat will am 29. März 2019 die Freihandelszone verlassen. Doch einen Deal gibt es noch nicht. Die Banken verunsichert das. Die meisten schieben ihre Planung für die Zeit nach dem Brexit zeitlich nach hinten und wollen sie erst kurz vor dem offiziellen EU-Austrittsdatum abschließen.1p1p


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