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Creditreform

Die Industrieproduktion hat sich aus dem Würgegriff der Corona-Pandemie befreien können. Noch ungeklärt ist jedoch die Frage, ob die Konjunkturerholung U- oder V-förmig ausfallen wird. Sicher ist hingegen: Unternehmen mit einem hohen digitalen Reifegrad überstehen diese turbulenten Zeiten besser und sind zudem optimal für den Aufschwung vorbereitet.

 

Die im Zuge der Covid-19-Pandemie aufgeworfenen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verwerfungen sind von enormer Tragweite. Ganze Volkswirtschaften wurden kalt erfasst und tief in die Rezession gedrückt. Eine Krise dieses Ausmaßes setzt aber auch Kräfte frei. Wer Mut, Flexibilität und Leistungsbereitschaft beweist, hat gute Karten, aus der Krise gestärkt hervorzugehen – erst recht dann, wenn eine solide Digitalisierungsstrategie für den stabilen Unterbau sorgt.

Denn wer schon im Vorfeld eine umfassende Digitalisierungsstrategie eingeführt hatte, stand in der Coronakrise deutlich besser da. Dies ist das Ergebnis einer internationalen Studie der Staufen AG.

Ein wichtiges Fazit der Studie „Digitalisierung 2020“: Erfolgreiche Digitalisierer sind weniger stark von der Krise betroffen. Fast zwei Drittel der befragten Unternehmen mit hohem digitalem Reifegrad waren in der Lage, ihre bisherige Planung zur digitalen Transformation ungestört fortzusetzen.

Damit lagen die digitalen Vorreiter deutlich vor den übrigen Unternehmen, unter denen nur 44 Prozent an ihren digitalen Plänen festhalten konnten. Daran zeigt sich, dass der digitale Reifegrad die Krisenfestigkeit eines Unternehmens bestimmt.

 

Digitale Vorreiter blieben in der Krise handlungsfähig

Ein weiterer Hinweis auf die höhere Widerstandsfähigkeit der digitalen Avantgarde: Mehr als drei Viertel von ihnen gaben an, dass die Digitalisierung sie im Shutdown entscheidungsfähig gehalten habe.

Bezogen auf alle Befragten, konnte das nur jede zweite Organisation bejahen. Ebenfalls weit überdurchschnittlich gute Werte erreichten die erfolgreich digitalisierten Unternehmen bei Fragen nach der Handlungsflexibilität in der Krise und der Weiterführung des Geschäftsbetriebes.

In den Unternehmen selbst ist im Zuge der Coronakrise die Bedeutung der digitalen Transformation erkannt worden. 63 Prozent der Befragten wollen die Digitalisierung ihrer Geschäfte künftig stärker vorantreiben. Ein großes Hindernis auf dem Weg dahin ist allerdings das fehlende Digitalisierungs-Know-how bei den Führungskräften.

Knapp zwei Drittel der Unternehmen räumen hier Defizite ein. Zudem fehlt es vielen Unternehmen an einer Strategie: Erst jedes zehnte Unternehmen hat eine erfolgreiche Digitalisierungs-Strategie, rund jedes zweite Unternehmen ist noch in der Umsetzungsphase und jedes fünfte Unternehmen ist über den Status der Planung noch nicht hinausgekommen.

 

Internationale Vernetzung bliebt hoch

Insgesamt zeigt die Staufen-Studie, dass die Digitalisierung weiterhin weltweit der Hoffnungsträger Nummer Eins ist. So gibt es nur wenige Skeptiker, die nicht an die verbesserte Zukunftsfähigkeit digitalisierter Unternehmen glauben.

Die Digitalisierung steht also hoch im Kurs, anders als die in der Krise häufiger genannte „De-Globalisierung“: Drei Viertel der befragten Unternehmen (74 %) glauben nicht daran, dass die Globalisierung infolge der Corona-Pandemie zurückgeschraubt wird.

Hinweis: Die internationale Studie „Digitalisierung 2020“ ist von der Unternehmensberatung Staufen zusammen mit den Experten von Staufen Digital Neonex im August 2020 durchgeführt worden. Mehr als 1.100 Unternehmen aus Deutschland, USA, China, Brasilien, Mexiko, Schweiz, Italien, Polen, Ungarn, Tschechien und Rumänien wurden befragt. Die Studie ist im Download hier erhältlich.

Zum Autor:

Wilhelm Goschy ist CEO der Staufen AG. Seit 2011 ist der Lean-Experte Vorstandsmitglied der internationalen Transformationsberatung. Dort verantwortet er den Bereich Business Development sowie die strategische Branchen- und Marktbearbeitung. Goschys Beratungsschwerpunkte liegen auf wertstromorientierten Fabrikkonzepten, der Implementierung von Wertschöpfungssystemen und dem Coaching von Führungskräften. Außerdem war er in den vergangenen Jahren maßgeblich am Ausbau des Auslandsgeschäfts der Staufen AG beteiligt.

www.staufen.ag