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Creditreform

Das Bundeskartellamt hat die Übernahme der 451 Kaiser’s Tengelmann Filialen durch Edeka wegen zu hoher Marktkonzentration im Lebensmittelhandel gestoppt. Doch auch wenn Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel die Übernahme noch genehmigen sollte, steht fest, dass es in den vergangenen 25 Jahren bereits weitaus größere Firmenübernahmen gegeben hat.

Unter den Top 10 der größten Firmenübernahmen mit deutscher Beteiligung finden sich ganz verschiedene Branchen, wie Pharma-, Energie- und Automobilindustrie. Einige Fusionen erfolgten in gegenseitigem Einvernehmen, andere liefen feindlich ab. Wir haben uns die teuersten Übernahmen mit deutscher Beteiligung einmal genauer angeschaut:

 

Platz 10: E.ON kauft britischen PowerGen (2001)

für 15,3 Milliarden Euro:

Der deutsche Energiekonzern übernahm 2001 den britischen Stromkonzern PowerGen, um Zugang zum damals stark wachsenden UK-Markt zu bekommen. Der reine Kaufpreis betrug 8,2 Milliarden Euro. Zusammen mit den Schulden von PowerGen zahle E.ON 15,3 Milliarden Euro.

Platz 9: Unicredit übernimmt die Bayerische Hypo- und Vereinsbank (2006)

für 15,4 Milliarden Euro:

Die italienische Unicredit bezahlte für die Bayerische Hypo-Vereinsbank rund 15,4 Milliarden Euro in eigenen Aktien. Aus dem Zusammenschluß der beiden Kreditinstitute entstand damals die nach Börsenwert neuntgrößte Bank in Europa.

Platz 8: VEBA AG kauft VIAG AG (1999)

für 15,6 Milliarden Euro.

Aus Sorge vor einer feindlichen Übernahme mit anschließender Zerschlagung fusionierte die VIAG AG mit der Veba zur E.ON. Der Zusammenschluss wurde am 27. September 1999 angekündigt und im Juni 2000 vollzogen.

Platz 7: Bayer AG schluckt die Schering AG (2006)

für 16,5 Milliarden Euro.

Bayer übernahm Schering im Jahr 2006 für rund 16,5 Milliarden Euro. Durch die Verschmelzung mit dem Pharmageschäft der Bayer AG entstand dann am 29. Dezember 2006 die neue Bayer Schering Pharma AG als Tochtergesellschaft der Bayer HealthCare.

Platz 6: Merck kauft Sigma Aldrich (2014)

für 16,9 Milliarden Euro.

Die Übernahme des US-Laborausrüsters Sigma Aldrich für umgerechnet 16,9 Milliarden Euro war für Merck der größte Zukauf in seiner fast 350-jährigen Geschichte. Merck will damit seine Stellung im weltweiten Geschäft mit Laborreagenzien und vor allem seine Marktposition in Nordamerika ausbauen. Dort erzielten die Darmstädter derzeit nur etwa 19 Prozent ihres Jahresumsatzes von etwa elf Milliarden Euro.