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Creditreform

Nun hat es zu Beginn des neuen Jahres noch einmal einen Ausverkauf an den Weltbörsen gegeben. Ich sehe das als Chance, sich wieder sehr günstig mit Aktien einzudecken. Denn die Kurse liegen im Durchschnitt weltweit rund 15 Prozent unter ihrem fairen Wert – und es drohen weder Inflation noch Rezession, wie unsere Indikatoren zeigen. Ihnen zufolge sollten Sie sich jetzt antizyklisch verhalten und Aktien zukaufen.

Bekanntlich achten wir auf:
a) die Zinsstruktur („lange“ minus „kurze“ Zinsen) im gleitenden Durchschnitt,
b) das Trendsignal der Aktienindizes, repräsentiert durch den Nasdaq Composite, den Dow Jones Utility und den Dax sowie
c) die Mehrheit der Signale von fünf Indikatoren.

Und so stehen diese Signale aktuell:

 

Zinsstruktur ⇑
Der geglättete Zinsabstand zwischen lang- und kurzfristigen Zinsen in den USA und in Deutschland beträgt derzeit 0,79 Prozent. Da diese Zahl weit über der Nulllinie liegt, bedeutet dies: weder Deflation noch Rezession drohen.

Ölpreis ⇑
Der Wert verharrt auf einem extrem niedrigen Stand. Auch dies ist positiv zu interpretieren – und zwar als extra Konjunkturprogramm für Verbraucher und Firmen, auch wenn die Börsen zuletzt nervös auf die immer weiter sinkenden Preise reagierten.

Trendsignal ⇓
Die Indizes benötigen nach ihrem Einbruch Zeit, um sich zu erholen. Der Nasdaq Composite etwa muss auf mehr als 5.200 Punkte ansteigen, ehe sein Beitrag zum Trendsignal wieder positiv wird. Lassen Sie sich aber durch die jüngste Korrektur nicht beirren.

Saisonfaktor ⇑
Seit 25. September 2015 ist die schwierige Sommersaison für den Aktienmarkt beendet. Erst am 29. April 2016 wird sich dieses Signal wieder drehen.

CRB-Index ⇑
Für die Rohstoffpreise insgesamt gilt dasselbe wie für den Ölpreis. Freilich leiden die Rohstoffkonzerne unter dem Preisverfall. Aber für die meisten Unternehmen und auch für die Verbraucher ist das ein warmer Geldregen.

US-Dollar in Euro ⇑
Da die USA ihre kurzfristigen Zinsen weiter erhöhen wollen, während sie in Europa wohl tendenziell sinken werden, sollte der US-Dollar auch in nächster Zeit fest bleiben.

Anleihezinsen ⇑
Weder in den USA noch in Europa kommt es zu einem schnellen Zinsanstieg. Die Unternehmen bleiben entlastet.

 

Fazit:
Die Panikverkäufe von Anfang Januar sind nur darauf zurückzuführen, dass verkauft wird, weil die Stimmung schlecht ist. Wirkliche Gründe für fallende Börsen gibt es nicht. Mein Rat daher: engagiert bleiben – und: zukaufen.

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