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Creditreform

Ende Januar und Anfang Februar haben die Weltbörsen wieder einmal eine Phase der Unsicherheit hinter sich gelassen: Weder die Wahl in Griechenland noch die Konflikte in der Ukraine konnten weitere Kursanstiege verhindern. Die aktuelle Markteinschätzung vom Herausgeber der „Börsensignale“.

Freilich bleibt der Konflikt Russland-Ukraine bedrohlich und kann sich jederzeit zur politischen Krise ausweiten. Aber zumindest bis Redaktionsschluss sah es so aus, als würde die Liquiditätspolitik der Zentralbanken das Börsengeschehen weiterhin prägen.

Doch schauen wir wieder auf unser bewährtes Gesamtsystem. Bekanntlich achten wir auf:

a) die Zinsstruktur („lange“ minus „kurze“ Zinsen) im gleitenden Durchschnitt,

b) das Trendsignal der Aktienindizes, repräsentiert durch Nasdaq Composite, Dow Jones Utility und Dax sowie

c) die Mehrheit der Signale von fünf bewährten weiteren Indikatoren, und zwar die Trends bei den Anleihezinsen, beim Ölpreis, bei der Inflation, repräsentiert durch den Rohstoffindex CRB, beim US-Dollar und nicht zuletzt beim Saisonfaktor.

Wie also dürfte es nun weitergehen an den Aktienbörsen?

US-Dollar ↑

Auch wenn sich der starke US-Dollar Anfang Februar etwas abgeschwächt hat, hilft sein bisheriger Anstieg weiterhin den europäischen Exportwerten und hält die US-Importpreise niedrig.

Saisonfaktor ↑

Seit dem letzten Freitag im September gibt dieser Indikator ein positives Signal. Er wird erst am letzten Freitag im Mai 2015 wieder ein negatives Signal setzen, weil die Monate Juni bis September statistisch schwache Aktienmärkte beinhalten.

Anleihezinsen ↑

Sie werden von der Geldpolitik gedrückt: In der Schweiz ist bereits eine negative Rendite zehnjähriger Bundesobligationen erreicht. Wenn der Trend so weitergeht, ist das bald auch in Deutschland der Fall. Anleihen zu kaufen, rentiert sich also nicht mehr; es bleiben nur noch Aktien.

Trendsignal ↑

Der Nasdaq Composite Index, der Dax und der Dow Jones Utility-Index lagen – nach der Schwächeperiode der ersten Januarhälfte – zum Redaktionsschluss wieder deutlich im Aufwärtstrend.

CRB-Index ↑

Was für den Ölpreis gilt, gilt auch für die Rohstoffmärkte. Die Kurse sind im Fallen begriffen und für den Aktienmarkt ist das insgesamt sehr erfreulich.

Zinsstruktur ↑

Dieser bewährte Konjunkturindikator ist zwar weiter gesunken – doch Rezessionsgefahr besteht erst unter der Nulllinie. Normalerweise müssten die Inflationsraten bei so viel Liquidität steigen und dann in ihrem Gefolge auch die Zinsen. Doch noch ist davon nichts zu sehen. Die Deflation bleibt die Hauptgefahr und deshalb ist auch das Handeln der EZB richtig.

Ölpreis ↑

Zuletzt konnte sich der Ölpreis etwas erholen, was aber nichts an seinem Abwärtstrend ändert. Es bleibt dabei: Niedrige Notierungen am Ölmarkt sind ein extra Konjunkturprogramm.

 

FAZIT

Die Volatilität am Aktienmarkt bleibt hoch, heftige Rücksetzer sind jederzeit möglich. Grundsätzlich gilt laut unserer Methodik jedoch: Engagiert bleiben und schwächere Kurse zu Käufen nutzen.

© Creditreform-Magazin 03/2015

© Creditreform-Magazin 03/2015