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Creditreform

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Wer aufgrund seines Jobs zwei Haushalte führt, kann die dies steuerlich geltend machen. Dank einer aktualisierten Verwaltungsanweisung sind die Finanzbehörden dabei ungewohnt großzügig.

 

Für eine beruflich veranlasste doppelte Haushaltsführung können Steuerpflichtige seit 2014 Unterkunftskosten von bis zu 1.000 Euro monatlich als Werbungskosten abziehen.

Nach der bisherigen Rechtsauffassung der Finanzbehörden umfasste dieser Höchstbetrag sämtliche Aufwendungen wie etwa Miete, Betriebskosten, Reinigungs- und Pflegekosten, Stellplatzkosten und selbst die Abschreibungen für notwendige Einrichtungsgegenstände (ohne Arbeitsmittel).

Alles, was über diese 1.000 Euro hinausging, fand keine Berücksichtigung mehr. Dem widersprach der Bundesfinanzhof kürzlich.

 

Arbeitnehmerfreundliche Entscheidung

Die Richter entschieden arbeitnehmerfreundlich, dass beim Einzug in die Zweitwohnung angefallene Kosten für Tische, Stühle, Bett, Schränke (nur die Jahres-AfA), Lampen, Gardinen und Geschirr zusätzlich zum Höchstbetrag von 1.000 Euro absetzbar seien.

Diese Rechtsprechung haben die Finanzbehörden jetzt in ihre aktualisierte Verwaltungsanweisung übernommen und dazu sogar eine ungewohnt großzügige Vereinfachungsregel geschaffen:

Übersteigen die Anschaffungskosten des Arbeitnehmers für Einrichtung und Ausstattung der Zweitwohnung (ohne Arbeitsmittel) insgesamt nicht den Betrag von 5.000 Euro einschließlich Umsatzsteuer, sollen die Finanzämter ohne weitere Prüfung von notwendigen Mehraufwendungen der doppelten Haushaltsführung ausgehen.

 

Rechtsgrundlagen

BFH-Entscheidung vom 4. April 2019 (Az.: VI R 18/17) zur Abziehbarkeit von Aufwendungen für Einrichtungsgegenstände und Hausrat im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung