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Creditreform

Viele Unternehmen, vor allem aus dem Mittelstand, lassen sich oft leichtfertig auf Geschäfte im Ausland ein. Dabei sei es so einfach, Risiken zu minimieren, meint Raoul Egeli, Präsident von Creditreform International.

Für den kleinen Maschinenbauer aus dem Bergischen Land kam die Anfrage aus Norwegen im vergangenen Jahr zur rechten Zeit: Im Auftragsbuch zeichnete sich gerade eine bedrohliche Lücke ab, Kurzarbeit und Sparmaßnahmen schienen unvermeidlich – da war die millionenschwere Bestellung aus Skandinavien hochwillkommen. Gut, das Familienunternehmen hatte mit dem Auftraggeber nie zuvor Geschäfte gemacht. Aber was machte das schon. Nach den Informationen, die in der Branche kursierten, handelte es sich um eine seriöse Adresse. Also ließ sich das Management auf den Deal ein – und lieferte. Ein Fehler. Den Norwegern ging es weit weniger gut als vermutet. Und so wartet der Mittelständler bis heute auf die Begleichung der Rechnung.

Auslandsgeschäft mit hohen Risiken

„Viele Unternehmen, vor allem aus dem Mittelstand, lassen sich häufig ohne ausreichende Informationen auf Wagnisse ein. Dabei ist gerade im internationalen Geschäft äußerste Vorsicht geboten“, betont Raoul Egeli, Präsident von Creditreform International. In diesem Dachverband sind die 23 eigenständigen Landesgesellschaften von Creditreform in Europa, Russland und China zusammengeschlossen. Im Zuge der Globalisierung ergreifen immer häufiger auch kleine und mittelgroße deutsche Unternehmen die Chance, neue Märkte im Ausland zu erschließen. Gerade die neuen EU-Mitglieder in Mittel- und Osteuropa, aber auch Kandidatenländer für zukünftige EU-Erweiterungen sind beliebte Import- und Exportpartner deutscher Unternehmen. Zumal deutsche Produkte mit ihrem ausgezeichneten Ruf auch jenseits der Landesgrenzen stark gefragt sind.

Doch gerade in Mittel- und Osteuropa lauern erhebliche Gefahren, wie ein Blick in die Insolvenzstatistik des vergangenen Jahres zeigt. Anders als in den Staaten Westeuropas, in denen die Zahl der Pleiten 2014 erstmals seit Beginn der Finanzkrise markant zurückgegangen ist (um 5,3 Prozent oder knapp 10.000 auf etwa 180.000 Fälle), gerieten in Osteuropa erneut mehr Unternehmen in wirtschaftliche Not. Knapp 100.000 Insolvenzen (plus 3,6 Prozent) bedeuteten einen neuen Höchststand. Seit 2010 hat sich die Zahl der Insolvenzfälle dort nahezu verdoppelt. Stärker als im Westen ist die Wirtschaft im Osten des Kontinents vom Konflikt zwischen Russland und der Ukraine sowie vom Handelsembargo betroffen. Entsprechend groß kann das Risiko für Geschäftspartner von Unternehmen aus dieser Region sein.

Das bringt die Zusammenarbeit mit Creditreform International:
• weltweite Bonitätsbewertung
• standardisierte Informationen über ausländische Kunden und Lieferanten
• umfassende Datenbank mit mehr als 30 Millionen online abrufbaren Wirtschaftsinformationen
• enge Zusammenarbeit mit auf Forderungseinzug spezialisierten Partnern vor Ort

Umso wichtiger sei es, dass sie sich vorab informierten, meint Egeli. Als einer der größten Informationsdienstleister mit 176 Geschäftsstellen in ganz Europa biete Creditreform International Dienstleistungen, die einen sicheren Geschäftsverkehr auch in den Reformstaaten Mittel- und Osteuropas möglich machten. Nach Beobachtung von Egeli, der auch leitender Geschäftsführer der Creditreform Egli Gesellschaften in Basel, St. Gallen und Zürich sowie Präsident des Schweizerischen Verbands Creditreform ist, wissen viele Unternehmen häufig nicht, wie einfach sich relevante Informationen beschaffen lassen. „Sie sind in ihrem Kerngeschäft oft so stark ausgelastet, dass sie keine Ressourcen haben, sich kundig zu machen“, so Egeli. Mancher denke auch gar nicht daran. „Da ist mitunter auch eine gewisse Naivität im Spiel.“

Kompaktauskunft bis 250.000 Euro Umsatz

Das Leistungsangebot von Creditreform International ermöglicht es jedem Unternehmen, passgenau diejenigen Informationen abzufragen, die es tatsächlich benötigt. „Wer ein vergleichsweise kleines Risiko eingeht, etwa weil das Auftragsvolumen überschaubar ist und er über ausreichend Eigenkapital verfügt, ist meist bereits mit einer Kompaktauskunft gut beraten“, sagt Egeli. Die „Kompaktauskunft International“ umfasst komprimierte Wirtschaftsinformationen und eine Bonitätseinstufung in fünf Bonitätsklassen. Sie eignet sich für Geschäfte mit mittlerem Risiko und liefert eine Höchstkreditempfehlung von bis zu 250.000 Euro. Wer bei Geschäften mit geringem Risiko lediglich eine Basiseinschätzung zum betreffenden Unternehmen sowie eine Höchstkreditempfehlung von bis zu 25.000 Euro benötigt, kommt meist mit der Kurzauskunft International gut zurecht.

Wer dagegen bei größeren Geschäften mit hohem Risiko Sicherheit sucht, dem empfiehlt Egeli die Wirtschaftsauskunft International. Sie enthält detaillierte Unternehmensinformationen, darunter Bilanzen sowie Gewinn- und Verlustrechnungen der vergangenen drei Jahre, und den speziell für das Kredit- und Forderungsmanagement entwickelten dreistelligen Creditreform-Bonitätsindex. „Wir arbeiten ständig daran, unser Dienstleistungsangebot auf die Anforderungen unserer Kunden zuzuschneiden“, so der Präsident von Creditreform International. Wie die Auskunftei an die entsprechenden Informationen kommt? Egeli: „Wir verfügen über ein dichtes Netzwerk und die dafür notwendige Onlineplattform. In Ländern, in denen wir nicht mit eigenen Landesgesellschaften vertreten sind, arbeiten wir mit den jeweils vor Ort führenden Partnergesellschaften zusammen.“ Zudem trete Creditreform International dort als Interessenvertreter in internationalen Verbänden auf und setze sich so für die Gläubigerinteressen ein. Der weitere Ausbau von Creditreform International, so der Präsident, werde auch in Zukunft wichtig sein. Erste Schritte seien die Gründung der Landesgesellschaft in China im Jahr 2008 und die Aufnahme von Moldawien im vergangenen Jahr gewesen.

Auch sein Produktangebot will Creditreform International erweitern. „Wir schauen, was die Kunden benötigen, und stellen uns darauf ein“, so Egeli. Jüngste Neuerung: Seit kurzem haben Auslandsauskünfte ein in Layout und Format optimiertes Format. Das erhöht die Transparenz und macht die Informationen besser vergleichbar. Egeli hält es aus Kundensicht für einen großen Vorteil, dass Creditreform nicht nur Wirtschaftsauskünfte anbietet, sondern bei Bedarf auch Inkassodienste übernimmt: „So haben Unternehmen nur einen Ansprechpartner.“ Auch beim Forderungsmanagement profitiere Creditreform International von seinem dichten hochqualifizierten Netzwerk. Die Experten vor Ort seien mit der Sprache, der Geschäftskultur, dem Rechtssystem sowie den landestypischen Möglichkeiten zur Realisierung offener Forderungen bestens vertraut. Das erhöhe die Chancen der Gläubiger auf Begleichung ihrer Rechnungen. Denn leider, so sagt Egeli, steige die Nachfrage nach Inkassodiensten stetig an.