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Creditreform

Nachdem Standard-Mezzanine vor einigen Jahren viele Mittelständler überfordert hat, werben Investoren nun mit überarbeiteten, maßgeschneiderten Produkten um wachsstumsstarke Kunden. Einen dieser Unternehmer haben wir Ihnen im August-Heft vorgestellt.

Nun wollen wir klären, worin sich die einzelnen Ausprägungen von Mezzanine,

  1. Genussscheine
  2. stille Beteiligung
  3. Gesellschafterdarlehen

unterscheiden, wie Mezzanine genau funktioniert – und was heutige Produkte besser machen
wollen als Standard-Mezzanine.

Die Historie: Standard-Mezzanine

In den Jahren 2004 bis 2007 wurde verbrieftes Mezzanine-Kapital (Programm-Mezzanine) im Umfang von über 4,5 Milliarden Euro an etwa 650 Mittelständler vergeben. Diese Beteiligungen standen in den Jahren 2011 bis 2014 zur Rückzahlung an — ausgerechnet in einer Phase, in der eine Anschlussfinanzierung schwierig wurde, weil vergleichbare Mezzanine-Angebote im Zuge der Finanzkrise nicht mehr vorhanden waren. Denn Standard-Mezzanine-Kapital wurde in der Regel verbrieft und als Wertanlage verkauft. Mit der allgemeinen Krise des Verbriefungsmarktes kam dann auch der Markt für verbrieftes Mezzanine zum Erliegen. Geplante Programme wurden seitdem nicht mehr platziert.

Die Gegenwart: Individuelles Mezzanine

Nach dem Hype in den Jahren vor der Finanzkrise ist es um Mezzanine-Kapital ruhiger geworden. Die Mischform zwischen Eigen- und Fremdkapital hat sich verteuert, ist aber nicht gänzlich vom Markt verschwunden. Für wachstumsstarke Mittelständler besitzt sie nach wie vor ihren Reiz. Heute bieten Banken nur noch individuelles Mezzanine-Kapital an, also auf den jeweiligen Kunden zugeschnittene Lösungen. Die individuellen Angebote sind allerdings in der Regel teurer als Standard-Mezzanine, das zwischen 2004 und 2007 von privaten Instituten und vielen Landesbanken vergeben wurde. Damals lagen die Zinsen für Mezzanine-Kapital unter 6 Prozent. Heute es sind es eher 8 bis 10 Prozent.

Die günstigen Konditionen waren unter anderem darauf zurückzuführen, dass die Standardlösungen mit Kostenvorteilen einhergingen. Außerdem sah man damals die Risiken noch nicht so deutlich. Mittlerweile sind sie eingepreist. Der höhere Satz liegt laut MBG Berlin-Brandenburg an dem Ausfallrisiko, dem erhöhten Verwaltungsaufwand und an den Kosten für die Mittelbeschaffung. 

Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum sich die höheren Kosten für Mezzanine für den Unternehmer durchaus lohnen können.