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Creditreform

Minderheitsbeteiligungen schließen Finanzierungslücken

Wenn es darum geht, das Eigenkapital von Familienunternehmen zu stärken, besteht bei Familien regelmäßig Angst vor Kontrollverlust. Die Abgabe von Entscheidungshoheiten fällt Familienunternehmen sehr schwer.

Deshalb stehen Familienunternehmen der Aufnahme von Minderheitsgesellschaftern ( Private Investoren ) sehr viel aufgeschlossener gegenüber. Minderheitsgesellschafter müssen informiert werden und können gewisse Entscheidungen verhindern. Die Entscheidungshoheit wird jedoch nicht auf Minderheitsgesellschafter verlagert. Außerdem wird gesellschaftsvertraglich geregelt, dass bestimmte unternehmerische Entscheidungen die Zustimmung des Minderheitsgesellschafters erfordern. Entscheidungen gegen den Willen des Mehrheitsgesellschafters durchzusetzen, ist jedoch nicht möglich. Das „letzte Wort“ bleibt der Familie vorbehalten.

Private Investoren ( Vermögensinhaber ) bieten mehr als Geld

Private Investoren haben dieses häufig aus Unternehmensverkäufen gebildet. Eine sehr große Zahl von Privaten Investoren besteht aus ehemaligen Familienunternehmern.

Diese Unternehmer verfügen über Know-how und sind in der Regel auch bereit, ihr Netzwerk zur Verfügung zu stellen. Ehemalige Unternehmer als Minderheitsgesellschafter sind Sparrings-Partner, die als unabhängige Gesprächspartner großen Nutzen für Familienunternehmen haben können. So gibt es einige Beispiele dafür, dass durch das Know-how und das Netzwerk der Minderheitsgesellschafter die Internationalisierung erreicht werden konnte. Viele Familienunternehmen haben nicht nur von der Kapitalstärke profitiert, sondern auch vom Know-how des Minderheitsgesellschafters. Die Wettbewerbsfähigkeit konnte erheblich verbessert werden.

Die Bereitschaft von Privaten Investoren in Minderheitsbeteiligungen zu investieren, ist sehr groß. Eine gerade abgeschlossene Umfrage unter diesen Vermögensinhabern ( Privaten Investoren ) ergab – neben der Bereitstellung von Kapital – die Bereitschaft zur Unterstützung von Unternehmen

  • als Sparrings-Partner für den Unternehmer,
  • im Beirat, Aufsichtsrat oder ähnlichen Gremien mitzuarbeiten und
  • das Netzwerk im Rahmen individueller Möglichkeiten einzubringen.

Die meisten privaten Investoren streben 2-8 Beteiligungen an, damit die Investments in diesen Bereichen auf mehrere Unternehmen verteilt werden können und somit eine gewisse Risikodiversifizierung erreichbar ist.

Einzelne Private Investoren beteiligen sich bereits ab 300.000,00 EUR Eigenkapital. Im Rahmen der Umfrage gab es jedoch auch private Investoren, bei denen eine Mindestbeteiligung 5 Mio. EUR ausmachen sollte. Bei Beteiligungen unterhalb dieses Höchstbetrages ist diesen Privaten Investoren ( Vermögensinhabern ) der Verwaltungsaufwand zu hoch.

Die obere Grenze für Einzelbeteiligungen lag bei 40 Mio. EUR.

Keiner der Teilnehmer an dieser Umfrage war daran interessiert, die Rentabilität durch gleichzeitige Aufnahme von Krediten zu verbessern. Es soll ausschließlich aus Eigenkapital finanziert werden. Ziel der Investments ist auch die Erschließung von nachhaltigen Ertragsquellen. Allerdings bestand durchaus die Bereitschaft, die Beteiligungen nach einigen Jahren zu veräußern – bevorzugt an die Familie des Unternehmers – jedoch auch ggf. durch den gemeinschaftlichen Verkauf des Unternehmens.

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