Das Unternehmermagazin aus der Handelsblatt Media Group

Creditreform

Traurig, aber wahr: Natürliche Substanzen spielen in der Medizin keine Rolle. Es gibt 47 essentielle Stoffe, die für unser Leben zwingend erforderlich sind. Essentiell, das bedeutet immerhin lebensnotwendig. Fehlt eine Substanz ganz, ist man tot. Besteht nur ein Mangel, leidet die Leistungsfähigkeit.

Leider interessieren den Hausarzt diese lebensnotwendigen Substanzen nicht. Statt nach Ursachen zu suchen, werden Symptome bekämpft. Ich bin der festen Überzeugung, dass sich fast jedes Medikament durch Verhaltensänderung und essentielle Substanzen ersetzen lässt. Beispiel erhöhter Blutdruck – er lässt sich durch leichtes Ausdauertraining, Gewichtsabnahme und die natürliche Aminosäure Arginin sehr gut und nebenwirkungsfrei behandeln. Oder Osteoporose, gegen die der Orthopäde Bisphosphonate verschreibt, die nun ihrerseits im Verdacht stehen, Osteoporose auszulösen.

Relativ neu ist auch die Erkenntnis, dass natürliches Vitamin K2 Osteoporose verhindern kann. Vitamin K2 sorgt dafür, dass Calcium in die Knochen und nicht in die Blutgefäße eingelagert wird. Bei einem Mangel werden die Knochen weich und die Gefäße hart. Letztere wünschen wir uns aber geschmeidig bis ins hohe Alter. Mit einer Vitamin-K2-Kur lassen sich sogar verkalkte Gefäße bis zu einem gewissen Grad wieder entkalken.

Zur Person
Dr. Michael Spitzbart ist Arzt sowie Sachbuchautor und leitet ein Zentrum für ursachenbezogene Diagnostik und Therapie.

Vitamin K2 findet man ausschließlich in tierischen Produkten. Insbesondere Veganer haben hier, wie auch beim Vitamin B12, Defizite. Calcium für feste Knochen haben wir meist ausreichend, vorausgesetzt der Vitamin- D3-Spiegel stimmt. Meinen Patienten empfehle ich 3.000 Einheiten täglich, besser noch sind 5.000 Einheiten. Manche Menschen, die sehr viel im Büro sitzen, benötigen sogar im Sommer die externe Zufuhr von Vitamin D – oder aber die berühmte Portion Lebertran. In den skandinavischen Ländern, in denen die Kraft der Sonne noch schwächer ist, gibt es übrigens signifikant mehr Fälle von multipler Sklerose und dem jugendlichen Diabetes als in südeuropäischen Ländern. Die Entstehung dieser Krankheiten scheint ebenfalls mit einem Vitamin-D-Mangel verbunden zu sein.

Für jedes Spezialgebiet legen die Fachgesellschaften der Schulmedizin den verbindlichen „Goldstandard“ für die Behandlung der einzelnen Krankheiten fest. Verwunderlich ist, dass unsere essentiellen Substanzen dort nirgendwo eine Rolle spielen. Kann es daran liegen, dass in den Fachgesellschaften auch Vertreter der Pharmaindustrie sitzen? Gesetzliche Krankenkassen bezahlen die Untersuchung der essentiellen Substanzen überhaupt nicht, die Privaten nur widerwillig. Selbst wenn das Blutbild Defizite bei lebensnotwendigen Substanzen aufweist, so wird die Verordnung zum Ausgleich der Defizite selten von den Krankenkassen bezahlt. Medikamente stellen kein Problem dar, natürliche Substanzen schon. Denn von denen haben wir laut Auffassung der offiziellen Stellen immer genug. Darum darf man diese lebensnotwendigen Stoffe im Blut gar nicht messen. „Medizinisch nicht notwendig“ heißt es dann stets – selbst bei ausgewiesenen Mangelzuständen. Vielleicht können Sie den Blick Ihres Hausarztes ja schärfen?