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Creditreform

„Diejenigen, die gewählt wurden, haben nichts zu sagen – und diejenigen, die das Sagen haben, wurden nicht gewählt.“ Manche Politiker werden mit dem Alter ehrlicher. Dieses unverblümte Zitat stammt aus einem Interview mit dem bayerischen Ministerpräsidenten und ehemaligen Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer.

Was viele schon lange vermutet haben, jetzt haben wir es amtlich: Politiker sind oft nur Marionetten. Exemplarisch hat Horst Seehofer das am Gesundheitssystem deutlich gemacht, an dem sich die Gesundheitsminister seit mehr als 30 Jahren vergeblich die Zähne ausbeißen. In Berlin regieren nämlich die mehr als 2.000 von der Pharmaindustrie entsandten Lobbyisten. Sinnvolle Veränderungen sind nicht möglich, da sie am Widerstand der Lobbyverbände scheitern. Zu teure und auch nutzlose Medikamente werden verschrieben, weil es die Pharmaindustrie so will. Erfolgreich verhindert wurde bis dato auch eine Art „Stiftung Warentest“, die Medikamente unabhängig untersucht.

Meine Meinung dazu kennen Sie ja schon lange. Die meisten Medikamente sind überflüssig, überteuert, mit Nebenwirkungen behaftet und wären oft durch natürliche, nebenwirkungsfreie, aber nicht patentierbare Substanzen zu ersetzen. Allein die riesige Menge Aspirin, die tagtäglich zur Blutverdünnung eingenommen wird, wäre durch drei Gramm Omega-3-Fettsäuren obsolet. Und statt der völlig wirkungslosen, aber nebenwirkungsreichen Blutfettsenker (Statine) sollte man besser hoch dosierte B-Vitamine, allen voran Vitamin B3 (Niacin), zu sich nehmen, wie das die unabhängige American Heart Association empfiehlt. Erhöhter Blutdruck kann effizient mit der natürlichen Aminosäure Arginin gesenkt werden. Doch das weiß der Hausarzt nicht. Der verlässt sich lieber auf die Studien der Pharmaindustrie.

Zur Person

Dr. Michael Spitzbart ist Arzt sowie Sachbuchautor und leitet ein Zentrum für ursachenbezogene Diagnostik und Therapie.

Jeder, der aus Versehen einmal zu einem Kardiologen geht, bekommt ein Rezept mit eben diesen oben erwähnten Medikamenten. Standardmäßig gibt es einen Blutfettsenker, einen Blutdrucksenker und einen Blutverdünner. Nie aus der Natur, immer patentierte pharmakologische Präparate. Im Gegenteil: Regelmäßig werden Studien lanciert, die die Wirkungslosigkeit oder sogar Gefährlichkeit der natürlichen Stoffe beweisen sollen. Ganz am Ende steht dann der Patient, der gar nicht mehr weiß, wem er glauben soll. Mein Rat: Glauben Sie immer zuerst der Natur, dann erst der Pharmaindustrie.

Aber nicht jedes Medikament ist schlecht. Für eines wurde sogar ein Nobelpreis verliehen, nämlich für die Entdeckung des Penicillins. Antibiotika sind wirklich ein Segen für die Menschheit. Schließlich helfen sie uns bei Entzündungen fast immer schnell und effektiv. Für die Entdeckung der einzelnen Vitamine wurden zwar viel mehr Nobelpreise verliehen. Trotzdem spielen die nicht patentierbaren natürlichen Vitamine keine Rolle in der Schulmedizin.

In Ihrem täglichen Leben sollten Sie diesen natürlichen Stoffe aber einen hohen Stellenwert einräumen. Achten Sie auf möglichst naturbelassene Nahrung mit einem hohen Anteil an Protein (Fisch, Geflügel, Fleisch, Eier und Quark), viel Gemüse, zwischendurch auch einmal roh und knackig, Obst, gesunde Fette (Omega-3 aus Lein-, Raps-, Distel-, Oliven- und Kokosöl sowie Lachs, Makrele und Hering). Meiden sollten Sie die Omega-6-Fette aus tierischen Fetten, der Butter und der Margarine. Ganz wichtig: Gesundes Vollkorn ist weniger gesund, als wir glauben. Darum sollten Sie den modernen Weizen aus der Ernährung komplett verbannen und Kohlenhydrate insgesamt reduzieren. Dann werden Sie mit Sicherheit selten Medikamente brauchen.