Das Unternehmermagazin aus der Handelsblatt Media Group

Creditreform

Sie sind immer nur so jung wie Ihre Blutgefäße. Mit den folgenden Tipps wirken Sie deren Verstopfung – und damit dem Infarkt – entgegen.

Plötzlich, viel zu früh und unerwartet“ – haben Sie diese meist schwarz umrandeten Worte schon einmal gelesen? Ursache für den frühen Tod sind oft Blutgefäße, die unmerklich verkalken. Junge Blutgefäße sind elastisch, innen spiegelglatt, weit offen und ermöglichen so eine perfekte Blutversorgung aller Organe einschließlich des Gehirns. Neben den Nährstoffen gelangt so auch viel Sauerstoff in die Zielorgane. Im Gehirn äußert sich eine gute Sauerstoffversorgung durch geistige Frische.

Leider kann der Zahn der Zeit an den Gefäßen nagen, sichtbar durch Plaque in den Gefäßen, den Fettablagerungen. Während beim Baumstamm die Jahresringe nach außen wachsen und der Stamm dicker wird, wachsen die Jahresringe bei der Gefäßverkalkung nach innen. Der Durchmesser des Gefäßes – der Fachmann spricht vom Lumen – wird dadurch kleiner. Ist das ursprüngliche Lumen auf 30 Prozent reduziert, droht der Infarkt, sprich der Verschluss des Gefäßes. Hier kann prinzipiell jedes Organ betroffen sein. Im Volksmund spricht man zwar von der Verkalkung, in Wahrheit ist es aber eine innere Verfettung der Blutgefäße. Der Kalk macht das Fett erst fest. Ohne Fette keine Verkalkung.

Zur Person
Dr. Michael Spitzbart ist Arzt sowie Sachbuchautor und leitet ein Zentrum für ursachenbezogene Diagnostik und Therapie.

Unsere Blutgefäße haben viele Feinde. Bekannte Gefäßgifte sind das LDL-Cholesterin und die Triglyceride, Letztere sind die nahrungsabhängigen Fette vom Schweinebraten bis hin zum Kaiserschmarrn. Aber auch ein erhöhter Blutzucker, erhöhter Blutdruck und Kohlenhydrate schaden den Gefäßen. Harnsäure gilt ebenfalls als Risikofaktor, da die scharfkantigen Harnsäurekristalle die glatte Gefäßinnenhaut aufrauhen und die Plaquebildung begünstigen. Nikotin wäre ein weiterer Sargnagel, der den Gefäßen zusetzt – ebenso die erblichen Risikofaktoren Homocystein und Lipoprotein, die der Hausarzt leider selten misst.

Lipoprotein ist dem schlechten LDL-Cholesterin sehr ähnlich und verstopft ebenfalls die Blutgefäße. Man muss diesen genetisch verankerten Wert nur einmal im Leben messen. Ist der Wert erhöht – wie bei 20 Prozent der Bevölkerung – helfen hohe Dosen Vitamin C (fünf Gramm täglich), das Lipoprotein zu entschärfen. Homocystein ist ein Zwischenprodukt im Eiweißstoffwechsel, das sich bei einem Mangel an B-Vitaminen und Folsäure nicht mehr zu unschädlichen Metaboliten abbauen lässt. So ein Mangel ist übrigens viel häufiger, als man glaubt. Überschüssiges Homocystein begünstigt ebenfalls die Arteriosklerose. Logischerweise entsteht Demenz viel häufiger bei erhöhtem Homocystein, das sich mit viel B-Vitaminen und Folsäure neutralisieren lässt. Die bauen nicht nur das Homocystein ab: Zusätzlich sinkt auch das LDL-Cholesterin, das gute HDL-Cholesterin steigt.

Meine Empfehlung: Weitgehender Verzicht auf tierische Fette (Omega-6) und Nikotin. Ein leichtes tägliches Ausdauertraining reguliert zudem Blutdruck und Blutfette. Höhere Dosen von B-Vitaminen und Vitamin C einnehmen, insbesondere bei vorhandenem Lipoprotein und Homocystein. Damit habe ich bei so manchem Patienten schon sonografisch nachgewiesene Plaquebildung wieder verschwinden lassen.