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Creditreform

Die Leber ist ein sehr gutmütiges Organ. Kleine Sünden werden lange verziehen. Meist ist es das Dolce Vita, welches sie belastet. Etwas zu viel Alkohol, zu spätes Abendessen und ein Zuviel an Kohlenhydraten – und das Ganze über einen längeren Zeitraum – führt unweigerlich zur Fettleber. Wenn noch Tabletten wie Blutdrucksenker oder die völlig wirkungslosen, aber nebenwirkungsreichen Blutfettsenker (Statine) dazukommen, wird die Entgiftungskapazität der Leber überlastet. Die frohe Botschaft: Die Fettleber ist völlig reversibel! Erst nach langer Zeit wird sie sich bei fortgesetztem Fehlverhalten in eine – dann allerdings irreversible – Leberzirrhose verwandeln.

Da die Leber meist heimlich leidet, können uns nur Blutwerte über den Zustand unseres wichtigsten Entgiftungsorgans informieren. Gamma-GT, GOT und GPT sind die relevanten Parameter. Es gelten die Faustregeln: Liegen alle drei Werte unter 30 Einheiten pro Liter (U/l), dann ist die Leber kerngesund. Steigt nur die Gamma-GT, handelt es sich meist um eine kurzzeitige Leberbelastung. Steigen aber auch die Transaminasen, leidet die Leber schon länger – entweder am Dolce Vita, durch Medikamente oder aber an einem Virus.

Zur Person

Dr. Michael Spitzbart ist Arzt sowie Sachbuchautor und leitet ein Zentrum für ursachenbezogene Diagnostik und Therapie.

Sind alle drei Leberwerte erhöht, so gehe ich bei meinen Patienten so vor: Zunächst bekommen sie eine Hausaufgabe – 14 Tage alles weglassen, was die Leber belastet. Kohlenhydrate, spätes Abendessen, Alkohol sowie falls möglich die oft durch natürliche Substanzen ersetzbaren Medikamente. In den meisten Fällen sinken die Leberwerte dadurch deutlich ab. Dann ersparen wir uns die weitere Diagnostik. Stattdessen gibt es Verhaltens- und Ernährungsempfehlungen.

Bleiben die Werte trotz Wohlverhaltens erhöht, sitzt oft ein Virus auf der Leber. Das müssen noch nicht einmal die spezifischen Hepatitiserreger sein. Oft sind es Viren, die wir schon jahrelang unbemerkt mit uns herumtragen und die bei einer vorübergehenden Immunschwäche wieder aufflackern. Meist machen wir diese Infektion in leichterer oder schwererer Form in der Jugend durch. Zeigt das Immunsystem eine Schwäche, kann der Virus später mit deutlich erhöhten Leberwerten jederzeit wieder ausbrechen. Meine Patienten behandle ich dann entgegen der Schulmedizin – der bei viralen Infektionen nicht viel einfällt – mit hoch dosierten Gaben von Vitamin C (mindestens 15 Gramm täglich, am besten intravenös verabreicht) und der antiviral wirkenden essentiellen Aminosäure Lysin. Nach wenigen Tagen ist fast jeder Virus platt und die Leberwerte erholen sich zusehends.

Nichts essen, umso mehr trinken

Glücklicherweise sind wir alle meist gesund und haben manchmal nur durch die kleinen Sünden der Vergangenheit während der Weihnachtsfeiertage und dem Karneval eine angeschlagene Leber. Hier hilft schnell und effektiv das Fasten – also nichts essen, aber viel trinken. Schon nach kurzer Zeit ist die Leber wieder wie neu. Die überschüssigen Fette werden mobilisiert und verbrannt. Der ganze Organismus atmet auf, wenn die Leber ihren wichtigen Entgiftungsfunktionen wieder besser nachkommen kann.

Sieben Tage fasten sind schon einmal ein guter Anfang. Nach drei Tagen ist der Hunger ohnehin weg und manche fasten dann sogar 14 Tage oder mehr. Ganz wichtig beim Fasten: Sie müssen ständig Eiweiß zuführen, am besten dreimal täglich durch ein kohlenhydratarmes Eiweißpulver. Hohe Dosen Vitamin C – mindestens sechs Gramm täglich – unterstützen die Entgiftung, indem die im Fett gespeicherten Gifte wasserlöslich gemacht und mit der vermehrt angebotenen Flüssigkeit über die Nieren ausgeschieden werden.