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Creditreform

Nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs zählen Nebenwirkungen von Medikamenten zu den häufigsten Todesursachen. Grund genug, jedes eingenommene Medikament auf den Prüfstand zu stellen.

 

© Julian Rentzsch

Weltweit werden jährlich Blutfettsenker (Statine) im Wert von 70 Milliarden Euro verordnet – in mehr als 80 Prozent der Fälle aber sind diese Medikamente nutzlos und sogar gefährlich.

Denn das Blutfett Cholesterin ist nicht per se schädlich. Im Gegenteil: Es wird benötigt zum Aufbau jeglicher Zellmembranen. Es bildet zudem das Grundgerüst für Sexualhormone und Gallensäuren.

Es kommt vielmehr darauf an, welche Art von Cholesterin in den Blutgefäßen zirkuliert. Zu viel vom „schlechten“ LDL-Cholesterin etwa kann über Jahre und Jahrzehnte die Arteriosklerose begünstigen. Soweit die halbe Wahrheit.

Richtig gefährlich wird LDL-Cholesterin aber erst dann, wenn zusätzlich der genetische Risikofaktor Lipoprotein (a) im Blut erhöht ist.

Das ist bei 20 Prozent der Deutschen der Fall, wird aber nie gemessen. Was wiederum bedeutet, dass 80 Prozent der Patienten ihr Statin völlig umsonst einnehmen.

Es erzielt keine Wirkung, gleichwohl leiden sie unter den vielfältigen Nebenwirkungen von Muskelschmerzen, muskulärer Zersetzung, Nierenschäden bis hin zu Glaukom und Impotenz.

 

Herzinfarkt verhindern – aber richtig

Dass Statine meist nutzlos sind, das weiß Ihr rezeptierender Hausarzt aber leider nicht. Dafür ist das Marketing der Pharmaindustrie einfach zu gut.

Darum sollten Sie bei der nächsten Untersuchung auf die Messung des Lipoproteins (a) bestehen, das gehört nämlich nicht zur Routine.

Nur bei erhöhten Werten lässt sich die Verordnung eines Statins überhaupt rechtfertigen. Ihr Hausarzt schreibt das Statin deshalb so gerne auf, weil der Cholesterinwert dadurch messbar sinkt.

Darauf kommt es aber nicht an! Es kommt darauf an, Herzinfarkt und Schlaganfall zu verhindern.

„Cholesterin ist nicht per se schlecht. Es kommt vielmehr darauf an, welche Art von Cholesterin in den Blutgefäßen zirkuliert.“

Michael Spitzbart

Wichtig und richtig wäre es, durch ein leichtes Ausdauertraining vier Mal pro Woche die natürliche Fettverbrennung im Muskel anzuregen. Denn nur der Muskel kann Fette aus dem Blut verbrennen.

Wer jedoch im Büro, am Schreibtisch oder auf der Couch sitzt, dessen Muskeln verbrennen ausschließlich Kohlenhydrate. Richtig ist auch: Wer nur wenige Fette isst, der muss auch nur wenige verbrennen.

Allerdings werden auch überschüssige Kohlenhydrate in Fette verwandelt. Meinen Patienten mit erhöhten Blutfetten rate ich zusätzlich, täglich B-Vitamine als Nahrungsergänzung einzunehmen.

Das empfiehlt auch die unabhängige American Heart Association. Denn B-Vitamine heben das gute und senken das schlechte Cholesterin. Besser als jedes Statin.