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Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt – übersetzt auf die IT-Branche lautet das bekannte Kinderlied: Im Märzen der Mittelständler die CeBIT einplant! Denn auf der CeBIT trifft sich alljährlich zum Frühlingsbeginn die IT-Welt, um sich über die neuesten Entwicklungen und Trends der Informationstechnologie zu informieren und auszutauschen. Das Motto der Deutschen Messe AG „d!conomy“ zur diesjährigen Messe soll den rasanten Einzug der IT in alle Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft beschreiben – und insbesondere der Mittelstand sucht nach Anwendungen und Beispielen, die aufzeigen, warum und wie die IT den so oft zitierten „Mehrwert“ für das eigene Unternehmen bringt.

Up in die Cloud!
Standen in den vergangenen Jahren die Technologien selbst im Fokus, so wird es aus meiner Sicht dieses Jahr darauf ankommen, den konkreten Einsatz und Nutzen von IT-Disziplinen wie Cloud, Big Data Analytics, Mobile oder Social zu zeigen. Wenn es um die Cloud geht, dann sind es vor allem unsere Partner, die sich um den Mittelstand kümmern. Mit sechs CSPs – also Cloud Service Providern – zeigen wir, für wen sich der Cloud-Ansatz lohnt und wie eine cloudbasierte IT-Infrastruktur aussieht. So nutzt beispielsweise das Start-up-Unternehmen Talentwunder die Cloud für seine gleichnamige Software-as-a-Service (SaaS)-Lösung: Eine Software, mit der Unternehmen ihre Fachkräfte finden können. Talentwunder durchstöbert soziale Netze wie Xing, LinkedIn oder Facebook nach frei verfügbarem Wissen zu potenziellen Kandidaten für gesuchte Jobprofile.

Clevere Datenanalyse
Wenn es um riesige Datenvolumen der Big-Data-Welt geht, dann ist der österreichische Skihersteller Blizzard ein perfektes Beispiel. Jedes Jahr stellt Blizzard ungefähr 400.000 Paar Ski her. Manche davon brauchen bis zu 18 verschiedene Materialien und 16 Wochen Produktionszeit. Das Unternehmen hat begonnen, mit Datenanalyse Vorhersagen über Ski-Trends zu erstellen. Auch Witterungsbedingungen sowie andere kurzfristige und für das Geschäft wichtige Einflüsse auf den Markt werden eingebunden. Blizzard reagiert jetzt sogar auf Nachfrageschwankungen in bestimmten Skiorten. Zusätzlich bietet die Datenanalyse die Möglichkeit, Bestände zu kontrollieren. Dadurch ist immer genug Material verfügbar, unabhängig davon, wie die Nachfrage sich entwickelt. Die Fertigungszyklen wurden auf acht Wochen reduziert. Dies macht den Blizzard Ski nicht nur auf der Piste wendig, sondern auch in der Produktion.

Das mobile Unternehmen
Laut Gartner werden bis zum Jahr 2016 weltweit 40 Prozent aller Arbeitnehmer mobile Lösungen verwenden. Wie einfach und schnell es sein kann, sein Geschäftsmodell durch den Einsatz von Cloud und Mobile zu transformieren, zeigt etwa der mittelständische Healthcare-Technologie-Anbieter Diabetizer. Die App für Diabetiker zur Dokumentation und Analyse von Blutzuckerwerten kombiniert diese Daten mit anderen Einflussfaktoren und telemedizinischen Ansätzen und wird so zu einem ganzheitlichen Risikomanagement-System für Diabetiker.

Vom Ich zum Wir
„D!conomy“ bedeutet letztlich aber auch eine völlig neue Art und Weise der Zusammenarbeit. Der mittelständische Outdoor-Ausrüster VAUDE nutzt die neuen Möglichkeiten durch IT etwa für den abteilungsübergreifenden Informationsaustausch und um die Transparenz im Unternehmen zu steigern. Zum Beispiel postet die Geschäftsleitung Neuigkeiten auf der internen Unternehmensplattform und der Außendienst gibt Kundenfeedback an die Produktabteilung weiter. Jeder Mitarbeiter hat so die Gelegenheit, sich sowohl über aktuelle Entwicklungen zu informieren als auch selbst einzubringen, wodurch die interne Kommunikation gestärkt wird.

Es ist ein Trend vom Ich zum Wir – die IT wird nun für alle Unternehmensbereiche leichter und schneller zugänglich und unterstützt die Geschäftsstrategie. Und gleichzeitig verbindet sie uns: als Mitarbeiter im Unternehmen, als Geschäftspartner und mit unseren Kunden.