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Creditreform

Die nächste Bankenkrise kommt bestimmt!? Trotz Basel III. Die Indikatoren zeigen, dass das internationale Bankgeschäft schon wieder sehr „am Rad dreht“. Unternehmen sollten sich überlegen, wie sie sich auf eine neuerliche Finanzkrise einstellen wollen.

Natürlich ist die Bankenregulierung mit Basel III umfangreicher und auch besser geworden. Nur wird das vermutlich nicht ausreichen:

  • Die amerikanischen Bankaufsichtsbehörden haben gerade die Pläne der internationalen Großbanken für deren Abwicklung im Krisenfall (Banken-Testamente) als „nicht glaubwürdig“ eingestuft.
  • Die Bilanzsummen der jeweils zehn größten Banken in Europa und den USA sind seit 2007 weiter gewachsen – das Thema „zu groß zum Umfallen“ (to big to fail) gilt weiterhin. Der Steuerzahler wird’s schon richten.
  • Der wissenschaftliche Beirat des „Europäischen Systemrisikorates“ (dieser ist bei der EZB angesiedelt und soll frühzeitig neue systemische Verwerfungen und Krisen im Vorfeld erkennen) schreibt aktuell über die europäischen Banken: „Sie sind zu groß, zu konzentriert, zu mächtig, zu stark verschuldet und eine Belastung für die produzierende Wirtschaft“.

Auch wenn Sie mit Ihrem Unternehmen nicht mit den Großbanken zusammen arbeiten, sondern mit Sparkassen und Genossenschaftsbanken: auch dort gibt es Institute, die Basel III noch nicht erfüllen einerseits und die zu hohe Risiken in den Büchern haben andererseits (und das evtl. auch noch beides zusammen).

Aus meiner Sicht stellen sich für Unternehmen zwei Arten von Fragen mit Blick auf eine mögliche nächste Banken- oder Finanzkrise:

1.   Wie abhängig sind Sie von Ihren Finanzierungspartnern?

– Mit wie vielen verschiedenen Finanzierungspartnern arbeiten Sie zusammen?      – Sind Sie abhängig von nur einer Hauptbankverbindung als Ihrem wesentlichen Kreditgeber?

2.  Wie gut sind Sie vorbereitet auf einen krisenbedingten Umsatzrückgang von 10% oder 20% oder mehr?

Oder in Kurzform: Haben Sie einen „Plan B“ in der Schublade? In der Hoffnung, ihn nie zu benötigen. Aber mit der Gewissheit im Falle des Falles gut vorbereitet zu sein und dann nicht in erst in operativer Hektik mit den Überlegungen anzufangen.