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Creditreform

Begriffe wie Big Data und das Internet der Dinge sind inzwischen über die Grenzen der IT-Branche hinaus salonfähig geworden. Mit der Digitalisierung der Wirtschaft sehen sich Start-ups, Mittelstand und Großunternehmen gleichermaßen damit konfrontiert, ihre Daten effizient speichern, bearbeiten und auswerten zu müssen. Nur so wahren sie ihre Wettbewerbsfähigkeit. Verwaltung und Sicherheit der Daten können jedoch auch essentieller Bestandteil des Geschäftserfolges werden.

Daher müssen IT-Infrastrukturen auf- und ausgebaut werden, um das nötige Level an Effizienz zu bieten. Dies beansprucht wiederum immer mehr Budget, zum Beispiel für steigende Software-Lizenzgebühren, sowie Ressourcen beim IT-Management. Am Ende fehlen dadurch entscheidende finanzielle Mittel für geschäftsentscheidende Innovationen und Initiativen zur Kundengewinnung und -bindung. Die Folge: Die Stellung des Unternehmens als Ganzes wird am Markt gefährdet. Kurzum, die Digitale Revolution droht ihre Kinder zu fressen.

Ein quelloffener Silberstreif am Datenhorizont

Vor diesem Hintergrund bietet Open Source-basierte Software einen möglichen Ausweg, da hier meist teure Lizenzkosten für die zugrunde liegende Software entfallen. Zudem sind quelloffene Lösungen in den letzten Jahren stark gereift, um die Herausforderungen auf Unternehmensebene meistern zu können. Dies gilt insbesondere für Datenbanken, wie ein aktueller Gartner Report zum Stand relationaler Datenbankmanagementsysteme (RDBMS) zeigt.

Im Laufe der letzten fünf Jahre haben sie sich weiterentwickelt, um dieselben Funktionalitäten wie traditionelle, kommerzielle DBMS zu bieten – zu einem Bruchteil der Kosten. Aber wie können Unternehmen diese Tatsache in der Praxis für sich nutzen?

Strategische Zusammenarbeit ist der Schlüssel

Die Finanzabteilung kann eine entscheidende Rolle dabei spielen, die IT dabei zu unterstützen, aus diesem Dilemma herauszukommen. CFO und CTO/CIO müssen gemeinsam die Bereiche der Infrastruktur identifizieren, die zum einen am meisten am Budget zehren und die zum anderen möglichst problemlos in andere Lösungen migriert werden können.

Das funktioniert allgemein in diesen Schritten:

  1. Die IT evaluiert alle In-house entwickelten Anwendungen und identifiziert diejenigen, die weder in den Bereich Innovationen (zum Beispiel Analytik und Mobile Apps) noch Datenerfassung fallen. Was übrig bleibt sind die Anwendungen, die ein einziges Mal innerhalb des Unternehmens gebaut und eingesetzt wurden. Diese Anwendungen eignen sich einerseits sehr gut für die Migration, weil sie meist standardisiert und offen gehalten sind. Andererseits muss das Unternehmen sie ja selbst verwalten und kann sich daher bei strategisch klugen Entscheidungen eine Marktvorteil verschaffen.
  2. Die Finanzabteilung identifiziert nun diejenigen dieser Anwendungen, die das meiste Budget beanspruchen und bewertet gemeinsam mit der IT-Abteilung deren Migrationsfähigkeit. Erfahrungsgemäß eignen sich die Komponenten des „IT-Stack“, die mittlerweile zur Commodity geworden sind, am besten für den Wechsel. Das heißt virtuelle Maschinen, Betriebssysteme, Middleware und Datenbanken.
  3. Nachdem die Migrationskandidaten identifiziert wurden, führt die IT Testläufe mit der neuen Lösung durch, erarbeitet einen Zeitplan, und bereitet die Übergangsphase vor. In dieser Zeit entscheiden IT und Finanzabteilung gemeinsam über geeignete Reinvestitionen des freiwerdenden Budgets in nötige IT-Updates und -Innovationsinitiativen, die dem Unternehmen am Markt einen entscheidenden Vorteil verschaffen kann.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, mit welchen Schritten der Wandel gelingt.