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Creditreform

1. Schlechte Usability

Viele Shops von mittelständischen Betreibern sind für die Kunden sehr schwierig und nicht nachvollziehbar zu bedienen. Man spricht in diesem Zusammenhang von einer schlechten Usability. Doch gerade die ist wichtig für Shops. Denn übersichtlich gestaltete Online-Filialen sowie übersichtliche Prozesse steigern die Transparenz, sparen Zeit und Geld und schaffen Vertrauen bei den Kunden.

2. Wenig oder gar kein Marketing

Gutes Marketing ist das A und O für erfolgreichen Onlinehandel. Insbesondere für Mittelständler, die sich mit Ihrem Shop gegen große Plattformen behaupten müssen, sind clevere Funktionen, die den Shop spannend und lebendig machen und die Besucher zur Rückkehr in den Shop animieren, fast schon überlebenswichtig. Außerdem müssen Shopbetreiber dem Besucher auf einer sehr personalisierten Ebene begegnen. Dabei helfen können Funktionen wie Cross-Selling, Bundlefunktionen, personalisierte Newsletter uvm. So kann das Produktsortiment optimal genutzt und dem Besucher ein Maximum an Vielfalt garantiert werden.

3. Zu lange Ladezeiten

Zu lange Ladezeiten sind Gift für jeden Shop. Denn wer findet es schon gut, wenn er anstatt durch das Produktsortiment zu stöbern einen Ladebalken auf dem Bildschirm sieht? Um die Ladezeiten zu verkürzen, gibt es grundsätzlich zwei Stellschrauben, an denen man drehen kann:

  • -Das Shop-System: Bietet es von Grund auf bereits wichtige Mechanismen, um die Ladezeiten zu minimieren, so hat man eine elementare Basis, auf die man aufbauen kann. Das Stichwort ist hier also der Einsatz neuster Webtechnologien und die Verwendung von Caches, um die Ladezeiten so gering wie möglich zu halten. In großen Umgebungen sollte das Shopsystem z.B. auch die Verwendung mehrerer Datenbanken oder Webserver unter dem Einsatz eines Loadbalancers unterstützen, je nach Ausbaustufe und Traffic.
  • Das Hostingpaket: Der Server ist die zweite Schraube, an der man drehen kann. Das Paket sollte nach oben skalierbar und perfekt auf die Bedürfnisse des Shops abgestimmt sein.

4. Undurchsichtiger Checkout-Prozess

Neueste Umfragen sind frustrierend: 50-70 Prozent aller Absprünge von Kunden passieren im Checkout-Prozess. Das ist umso ärgerlicher, als der Kunde an dieser Stelle schon fast gekauft hat.

Folgende wichtige Punkte sollten Shopbetreiber deshalb auf jeden Fall beherzigen:

  • Es sollte keine Pflichtanmeldung geben
  • Zu viele Informationen sollten vermieden werden
  • Formulare müssen gut gestaltet sein und Vertrauen erwecken
  • Versandkosten sollten fair sein
  • Eine Bestellbestätigung sollte ausgegeben werden

Zur Analyse der Qualität Ihres Checkout-Prozesses bieten sich schon einfache Tools wie Google Analytics an, um zu sehen, wo die Absprungrate besonders hoch ist. Sind die Schwächen im Shop erst einmal lokalisiert, können diese schnell behoben werden.

5. Keine SEO-Optimierung

Eine gute Platzierung in Suchmaschinen ist ein Muss. Wer bei Google erst auf der zweiten Seite erscheint, ist praktisch unsichtbar. Neben einem von Haus aus SEO-optimierten Shop-System gibt es viele Faktoren, die Shopbetreiber selbst beeinflussen können, um ihren Shop auffindbar zu machen. Das fängt bei der Domain und den einzelnen Seiten-Adressen an. Haben Sie eine Shop-Adresse, die das Produkt möglichst genau im Namen trägt, ist das bereits ein Vorteil. Auch individuelle Produktbeschreibungen abseits der Standard Hersteller-Texte werden von Google belohnt. Hier sollten auch wichtige Keywords einfließen, die im Zusammenhang mit der Produktsuche besonders oft bei Google verwendet werden. Das gleiche gilt für Produktbilder, die ordentlich betitelt werden. Ein Blog sorgt überdies für wertvollen Content, der den eigenen Shop noch relevanter macht. Zuletzt sollte es jedem Shopbetreiber am Herzen liegen, auf möglichst vielen anderen relevanten Seiten verlinkt zu werden und evtl. Partnerschaften einzugehen.

Auch die Analyse spielt beim Thema SEO eine wichtige Rolle. Hier helfen Analyse-Anwendungen, um die eigene Google-Position zu ermitteln und konstant hoch zu halten.

6. Unzureichende Rechtssicherheit

Eine Abmahnung schwebt heutzutage über jedem Shopbetreiber. Deshalb gilt die Regel, sich ein von einem Rechtsgütesiegel vorzertifiziertes System zuzulegen (Beispiel TÜV, EHI oder Trustedshops) und sich am besten einen IT-Fachanwalt zurate zu ziehen.

7. Fehlende Social-Media-Maßnahmen

Im heutigen Social-Media-Zeitalter ist es sinnvoll, den eigenen Shop mit einem eigenen Unternehmensprofil auf Facebook, Twitter und co. zu vernetzen. So können Produkte, Angebote etc. immer kostengünstig beworben und schnell Kontakte zu potenziellen Kunden aufgebaut werden.

Experten-Fazit

Einen Onlineshop zu betreiben ist kein Hexenwerk, kann eine Menge zusätzlichen Umsatz bringen und darüber hinaus eine Menge Spaß machen. Typische Fehler geschehen dabei oft aus Unwissenheit. Doch Ssind die Gefahren erst einmal erkannt, können diese solche Unachtsamkeiten leicht vermieden leicht abgestellt werden.

Über den Autor: Stefan Heyne ist Vorstandsmitglied der Shopware AG. Das Unternehmen ist als Softwarehersteller auf Online-Shopsysteme spezialsiert.