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„Welche Kleidung im Büro als angemessen gilt, hängt von mehren Faktoren hab, zum Beispiel von der Branche, der Hierarchie und dem Milieu“, erklärt Agnes Anna Jarosch. Allgemeingültige Aussagen zu treffen, sei daher schwierig. „Die besten Empfehlungen nützen außerdem nichts, wenn sie sich als nicht alltagstauglich erweisen – etwa bei extremer Hitze.“ Wir haben dennoch einige grundsätzliche Hinweise und Anmerkungen der Stilexpertin zusammengefasst, die sie als „Leitplanken“ verstanden wissen möchte. (mil)

An diesen Punkten können Sie sich orientieren:

Art des Unternehmens

Der Vorstand eines Dax-Unternehmens, der im Prinzip jederzeit seine Firma repräsentiert, muss strengeren Ansprüchen an korrekte Kleidung gerecht werden als eine Sekretärin einer kleinen GmbH, die vielleicht noch nicht einmal über eine Klimaanlage verfügt. Von der Art des Unternehmens hängen auch bestimmte Rollen- und Kundenerwartungen ab.

Image vertreten

Fragen Sie sich: Welche Werte, welches Image möchten Sie vertreten? Wofür stehen Sie? Entsprechend sollten Sie ihre Kleidung wählen, um Ihre Kunden nicht zu irritieren, sondern Ihr Geschäft zu unterschützen.

Tabu-Kleidungsstücke

Bestimmte Kleidungsstücke sollten Sie lieber nur zu privaten Anlässen tragen, weil sie im Büro nichts verloren haben. „Sie suggerieren sonst mit Ihrer Kleidung non-verbal, dass Sie lieber im Urlaub wären als im Büro“, warnt Expertin Jarosch. Vermeiden sollten Sie am Arbeitsplatz:
• Flip-Flops
• Achselshirts
• Hawaiihemden
• Spaghettiträger
• Leggings
• Bermuda-Shorts

Nackte Haut

Gerade im Sommer neigen wir dazu, unsere Haut sehr freizügig offen zu legen, um weniger zu schwitzen. Zu viel nackte Haut kann Gesprächspartner aber ablenken. Das gilt auch für die Schuhe, die im Büro immer geschlossen sein sollten. Lackierte Zehen mögen zwar an sich ästhetisch wirken, doch wenn Kunden bevorzugt auf die Füße oder das Dekolletee schauen, ist das beruflich nicht unbedingt zielführend. „Kleidung und Accessoires dürfen Ihnen nicht die Show stehlen. Sie sollen Ihre Persönlichkeit unterstreichen, aber nicht übertrumpfen. Was hilft es, wenn Ihre Kunden sich zwar an Ihre Handtasche, aber nicht an Ihren Namen erinnern?“

Die Aufmerksamkeit sollte immer auf Gesicht und Hände gelenkt werden, etwa durch Schmuck oder eine Krawatte, damit Sie als Macher und Denker wahrgenommen werden.

Kurze Hosen sind generell nicht Teil von Business-Kleidung. Wenn Sie dennoch nicht drauf verzichten möchten, achten Sie auch als Mann auf gepflegte Beine.In konservativen Kreisen werden Sie übrigens auch mit einem Kurarmhemd negativ auffallen, weil dort nur ein Langarmhemd als perfekt gilt.

Wirkung von Farben

Helle Kombinationen (Ton in Ton) haben eine freundliche und sympathische Wirkung, allerdings weniger seriös und durchsetzungsstark. Dunkle Outfits (Anthrazit / dunkles Grau) wirken entsprechend umgekehrt. Bei Farben gilt generell: Die Dosis ist entscheidend. Knallige Farben sollten Sie nur auf kleiner Fläche tragen, um niemanden aggressiv zu stimmen – etwa in Form eines Tuches oder eines Accessoires.

Materialfragen

Tragen Sie luftige Stoffe, am besten Baumwolle oder Leinen, damit die Haut gut atmen kann. Bügelleicht-Hemden sollten Sie meiden, denn diese sind wegen ihrer chemischen Behandlung nicht besonders atmungsaktiv.

Bedingte Kunden-Orientierung

Ihre Kunden tragen Sachen, die eher zum Strand passen? Das bedeutet nicht automatisch, dass Sie es Ihnen gleichtun und auch leger kleiden sollten. Denn in diesem Fall ist zu viel Kundenorientierung fehl am Platze. Expertin Jarosch: „Von einem Zahnarzt erwarte ich zaubere Zähne, von einem Optiker eine gepflegte Brille. Ein Bankberater wird auch einen Landwirt korrekt gekleidet empfangen, um weiter Seriosität zu visualisieren, wenngleich natürlich sanfte Anpassungen möglich sind. Verkleiden sollte man sich aber nicht.“

Weitere Tipps für korrektes Verhalten, die Ihnen auch jenseits von Bekleidung nützlich sein können, gibt unsere Expertin mit ihrem Team auf der Website www.stil.de.

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